Weit noch ist der Weg zur Barrierefreiheit

Vanessa Dai

Von Vanessa Dai

Sa, 18. Januar 2020

Bad Säckingen

Stadtbaumeisterin Margit Ulrich referiert vor dem Demografie-Strategischen Forum über das städtische Engagement.

BAD SÄCKINGEN. Barrierefrei durch die Trompeterstadt: Für das Demografie-Strategische Forum (DSF) Bad Säckingen steht die generationenübergreifende Mobilität weit oben auf der Agenda. Stadtbaumeisterin Margit Ulrich hat in der jüngsten Arbeitsgruppensitzung des DSF die dafür vorgesehenen Mittel für den Doppelhaushalt 2020/21 vorgestellt.

Für den Ausbau der Barrierefreiheit im Stadtkern seien, so die Stadtbaumeisterin, derzeit über vier Jahre jeweils 75 000 Euro im Entwurf des Haushalts eingeplant. Aufgrund der geplanten Fernwärmearbeiten in der Innenstadt wolle man mit den Stadtwerken mitfahren, so die Stadtbaumeisterin.

"Diese Summe muss jedoch erstmal genehmigt werden", so Ulrich. Ziel ist die Begradigung des Kopfsteinpflasters in der Innenstadt. Die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken würde dieses Projekt kostengünstiger gestalten als das alleinige Abschleifen des Pflasters.

Barrierefreiheit als generationenübergreifendes Thema: Nicht nur die ältere Generation stehen vor Hindernissen in der Innenstadt. Auch Familien mit Kinderwägen oder gehbehinderte Menschen stellen schnell Stolperfallen im Zentrum der Trompeterstadt fest.

Bereits 2017 habe das DSF Orte in der Innenstadt gekennzeichnet, welche barrierevoll waren und heute auch immer noch vermehrt so sind. So war es nicht erstaunlich, dass der Tenor der Arbeitsgruppe nicht gerade von Zufriedenheit strotzte. Barrierefreiheit stelle seit der Ratifizierung des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen 2009 ein Menschenrecht dar. Dafür ist in Bad Säckingen noch zu wenig passiert. Insgesamt bemerke man jedoch die Wichtigkeit dieses Themas. Noch in diesem Jahr werde Bad Säckingen am Modellprojekt zur Entwicklung eines Demografie-Leitfadens für Kur- und Heilbäder mitarbeiten. "Einen direkten Demografiebeauftragten gibt es nicht in der Stadtverwaltung", erläuterte Hartmut Fricke, Vorsitzender des DSF. Diese Lücke fülle das DSF für dieses Projekt jedoch gerne. "Wir haben als unterstützende Hand gleich zugesagt", betonte Fricke.

Für Fricke steht fest, dass jeder das Recht hat, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. "Niemand sollte aufgrund fehlender Barrierefreiheit in Isolation leben müssen", so der Vorsitzende.

Problematisch ist auch der Zugang zu öffentlichen Gebäuden. Fricke betonte, dass allein der Zugang zur Hauptverwaltung der Stadt für gehbehinderten Menschen kaum möglich sei. Angefangen mit dem Kopfsteinpflaster in der Innenstadt bis hin zu dem nicht vorhandenen Fahrstuhl im Rathaus.

Das Demografie-Strategische Forum Bad Säckingen erarbeitet Lösungsvorschläge zu bestehenden und bereits heute absehbaren Problemen der Stadtgesellschaft. Die nächste Forumssitzung ist für April/Mai 2020 geplant. Ansprechpartner des Forums sind Hartmut Fricke (Vorsitzender) und Annerose Schöke-Philipp (Zweite Vorsitzende). E-Mail-Adresse: post@dsf-bs.info.