Wellbrock zeigt sich in Spitzenform

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Von dpa

Mo, 19. April 2021

Schwimmsport

Der Bremer Langstrecken-Spezialist ist der Vorzeigeathlet des Deutschen Schwimm-Verbandes.

Auf dem Weg zu einem großen Olympia-Achtungszeichen an die internationale Konkurrenz ließ sich Florian Wellbrock von den ungewöhnlichen Bedingungen in Berlin nicht aufhalten. Vor fast leeren Rängen und ohne einen echten Rivalen legte Deutschlands Top-Schwimmer beim Finale der Tokio-Qualifikation über 1500 Meter Freistil in 14:36,45 Minuten eine Weltjahresbestzeit hin. "Das ist ein schöner Gruß nach Italien", sagte Wellbrock. Er war fast vier Sekunden schneller als der Italiener Gregorio Paltrinieri bei seiner bisherigen Bestmarke 2021. "Die Jungs werden sich freuen und ich freue mich dann auf Tokio. Konkurrenz belebt das Geschäft", sagte Wellbrock. Seinen eigenen deutschen Rekord verpasste er um nur 30 Hundertstelsekunden. "Mit der Bestzeit ist es schon ein bisschen ärgerlich. Die hätte ich ganz gerne noch gehabt", sagte der ehrgeizige 23-Jährige.

Dennoch zufrieden machte Wellbrock "einen Haken" an die Veranstaltung. Von nun an werde er alles auf Tokio ausrichten. "Ich werde der Situation dann gewachsen sein, und da freue ich mich schon tierisch drauf", sagte er. Vor einer Woche stellte er bereits über seine Nebenstrecke 400 Meter Freistil eine Weltjahresbestzeit auf (3:44,35).

Wellbrock ist der größte Medaillen-Hoffnungsträger der deutschen Schwimmer in Japan. Er soll dazu beitragen, dass die Serie von zwei Sommerspielen ohne Edelmetall im Becken in diesem Jahr endet. Der gebürtige Bremer, der in der starken Magdeburger Gruppe von Teamchef Bernd Berkhahn trainiert, hat seinen Startplatz wie sieben andere DSV-Athleten schon lange sicher. Im April knackten elf weitere Schwimmerinnen und Schwimmer die Olympia-Einzelnorm. Christian Diener, Damian Wierling, Annika Bruhn und Lucas Matzerath schafften es auf den letzten Drücker in der Hauptstadt.

"Man muss den Hut ziehen vor den Sportlern, wie sie sich hier motivieren und zusammenreißen mit sehr dünn besetzten Läufen und ohne Zuschauer", sagte Berkhahn. Wegen eines coronabedingt stark reduzierten Teilnehmerfeldes schwammen die Athleten wie Wellbrock über 800 Meter Freistil ihre Rennen teils alleine oder gegen nur wenige Konkurrenten.

Meckern wollte Berkhahn darüber nicht. "Viele andere Sportarten haben noch größere Probleme als wir mit der Qualifikation", sagte der 50-Jährige. "Wir können uns glücklich schätzen, dass wir es bis hierhin so gut durchbekommen haben."