Weltziele auf Alemannisch und Arabisch

Juliana Eiland-Jung

Von Juliana Eiland-Jung

Mi, 03. März 2021

Lahr

Die Nachhaltigkeitsziele der UN halten Lahr und die Kirchengemeinde auf besonderen Plakaten fest.

(BZ). Auf Plakaten werden in Lahr und im Ortenaukreis seit Februar die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen quasi dreisprachig vorgestellt: auf Alemannisch, Hochdeutsch und in einer in Lahr gesprochenen Fremdsprache. Das ganze kombiniert mit Bibelzitaten, wollen die katholische und evangelische Kirche und die Stadt Lahr als Kooperationspartner damit zum Nachdenken und Mitmachen anregen, heißt es in der Pressemeldung. Auf etwa der Hälfte der 17 Plakate hat Grafiker Stefan Schiff Lahrer Motive einbezogen, zum Beispiel die Ortenaubrücke im Lahrer Westen.

Ökumenischer Gottesdienst befindet sich in Planung

Armutsbekämpfung, Klimaschutz, Naturschutz, Gesundheits- und Bildungsförderung, Inklusion und verantwortungsvoller Konsum stehen unter anderem auf der 2015 beschlossenen Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Sie mit Bibelzitaten zu ergänzen und durch einen alemannischen Kurzsatz (übersetzt von Ludwig Hillenbrand und Heinz Siebold) griffig zu machen, war eine Idee der beiden Kirchengemeinden, ehrenamtlich umgesetzt von Heinz-Dieter Ritzau für die katholische und Hans-Jürgen Gebhardt für die evangelische Seite.

Im Fastenmonat März steht die Bekämpfung des Hungers in der Welt im Mittelpunkt. Das alemannische Schlagwort dazu: "Satt werre – jede Dag". Eine dampfende Schüssel, Brot und Kornähren, ein Zitat aus dem Alten Testament über den Hunger in Ägypten und das schlichte: "Kein Hunger" auf Deutsch und Arabisch ergänzen das Plakat. Ein ökumenischer Gottesdienst zur gemeinsamen Plakataktion, die noch bis Mitte 2022 läuft, ist geplant.

"Meine. Deine. Eine Welt." So ist die gesamte Plakataktion überschrieben – ein Motto, das in Lahr bereits bekannt ist. Vier Mal hat die Stadt bislang an dieser Initiative der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg teilgenommen, die ähnliche Ziele verfolgt. Oberbürgermeister Markus Ibert würdigt das konfessionsübergreifende Projekt, er freue sich, dass die Plakate "Aufmerksamkeit für das Thema in die Stadt bringen", so die Pressemitteilung. Der katholische Dekan Johannes Mette berichtete, dass die "einfache, niederschwellige Aktion", die mit einem ersten Plakat gegen Armut im Februar begann, sowohl in der weltlichen Medienlandschaft wie auch in der kirchlichen Öffentlichkeit stark wahrgenommen werde. Der evangelische Dekan Rainer Becker betonte, dass die Initiative von der kirchlichen Basis und ehrenamtlich getragen werde.

Die monatlich wechselnden Plakatmotive werden in kirchlichen und kommunalen Schaukästen zu sehen sein. Auf den Internetseiten der Dekanate können die Plakatmotive zur eigenen Verwendung heruntergeladen werden; außerdem gibt es weiterführende Links zu regionalen und überregionalen Initiativen und Aktivitäten ähnlicher Zielsetzung.

Weitere Informationen unter http://mehr.bz/kath-welt oder http://mehr.bz/evang-welt