Arbeitsmarkt im Oktober

Weniger Arbeitslose, weniger Kurzarbeit

dpa

Von dpa

Do, 29. Oktober 2020 um 20:06 Uhr

Wirtschaft

Deutschlands Arbeitsmarkt hat sich im Oktober auffallend gut erholt. Doch die Aussicht auf den bevorstehenden Teil-Lockdown im November trübt die Stimmung.

2,76 Millionen Menschen waren im Oktober arbeitslos – 87 000 weniger als im September. Das ist im Vergleich zu früheren Jahren eine ausgesprochen deutliche Herbsterholung: Im Durchschnitt sinkt die Zahl der Arbeitslosen von September auf Oktober nur um 48 000, wie der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, am Donnerstag in Nürnberg erläuterte. Die Sache hat allerdings zwei Haken.

Erstens hat die Bundesagentur die Oktober-Zahlen nur bis Mitte des Monats erhoben – also vor dem drastischen Anstieg der Corona-Infektionszahlen. Zweitens trübt die Aussicht auf den November-Lockdown die Stimmung. "Es wird zu einem Einbruch am Arbeitsmarkt führen, aber zu keinem Zusammenbruch", sagte Scheele. "Wir glauben, dass es eine Delle geben wird im Monat November".

"Es wird zu einem Einbruch am Arbeitsmarkt führen, aber zu keinem Zusammenbruch." Detlef Scheele, Chef der Bundesagentur für Arbeit

Für Branchen wie das Gastgewerbe und den Tourismus werde es bitter. Scheele hat aber die Hoffnung, dass die Maßnahmen wirken. "Ich möchte darauf hinweisen, dass es kein Lockdown wie im März dieses Jahres ist, sondern es ist ein begrenzter über vier Wochen", betonte er. Zudem gebe es die Hoffnung, "durch diesen Eingriff" die Infektionszahlen zurückzudrängen, so "dass wir ab Dezember wieder in einem Arbeitsmodus sind, den wir im Oktober hatten."

Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) rechnet mit bis zu 100 000 zusätzlichen Arbeitslosen. "Die Reserven vieler Betriebe sind bereits stark strapaziert. Deshalb ist es essenziell, dass die staatlichen Hilfsmaßnahmen nochmals ausgeweitet werden", sagte der Volkswirt. Die Corona-Krise hat bereits deutliche Spuren hinterlassen. 556 000 Menschen mehr sind im Oktober 2020 arbeitslos als vor einem Jahr, davon wurden 140 000 coronabedingt entlassen. Bei einer Quote von 6,0 Prozent (September: 6,2 Prozent) spricht Scheele insgesamt von einem "sehr positiven Ausblick, der hoffentlich den November überlebt" – auch, weil die Zahl der Kurzarbeiter von fast sechs Millionen im April bis August auf 2,58 Millionen sank. Der BA-Chef erwartet, dass der November die Zahl wieder steigen lässt.