Animal Hoarding

Wenn falsch verstandene Tierliebe zur Quälerei für alle wird

Nadine Zeller & dpa

Von Nadine Zeller & dpa

Do, 19. September 2019 um 21:27 Uhr

Gesundheit & Ernährung

BZ-Plus Menschen, die Tiere horten, sind psychisch krank. Darunter leiden die Tiere, die Tierheime und sie selbst. Den desolaten Zustand ihrer Schützlinge blenden Tierhorter oft aus. Wie kann das sein?

Ein Zimmer mit verwahrlosten, kranken Tieren: Dieser Anblick bietet sich den Behörden, wenn sie auf einen Fall von pathologischem Tierhorten stoßen – besser bekannt unter dem Begriff Animal Hoarding. Obwohl sich die Halter als tierlieb bezeichnen würden, erkennen sie nicht, dass sie ihren Schützlingen Leid zufügen.

113 Pudel aus Reihenhaus befreit, 2000 Wellensittiche in Mietwohnung gehalten – immer wieder dringen Fälle an die Öffentlichkeit, in denen falsch verstandene Tierliebe in Quälerei endete. Der Deutsche Tierschutzbund hat von 2012 bis 2018 die bekannt gewordenen Fälle von Animal Hoarding – wie das Horten von Tieren genannt wird – gezählt, insgesamt waren es 224. "Es waren mindestens 17 055 Tiere betroffen. Im Durchschnitt haben die zuständigen Behörden in den Haushalten 76 Tiere vorgefunden", sagt Henriette Mackensen vom Tierschutzbund in Bonn. Am häufigsten betroffen waren Katzen, gefolgt von Hunden. Auch Nutztiere und sogar Wildtiere wurden auf diese Weise gehalten.

Im Mai 2018 gab es in Baden-Württemberg einen der landesweit größten Fälle dieser Art. Mit einem Durchsuchungsbeschluss und unter Polizeibegleitung betraten Mitarbeiter des Veterinäramts in Rottweil ein Wohnhaus und beschlagnahmten Schafe, Ziegen und mehr als 100 Katzen, die dort unter katastrophalen hygienischen ...

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