Wenn giftige Flüssigkeiten auslaufen

Norbert Sedlak

Von Norbert Sedlak

Di, 23. April 2019

Weil am Rhein

Ötlinger Wehr nutzt die Ostermontagsübung um ihre Qualitäten als Dekontaminationseinheit unter Beweis zu stellen.

WEIL AM RHEIN-ÖTLINGEN. Ein Kleinlaster war in einen Verkehrsunfall verwickelt und die Ladung mit flüssigem Gefahrgut lief aus. Der Fahrer konnte sich retten und alarmierte umgehend die Feuerwehr. Dieses Unglück war zum Glück nur die traditionelle Ostermontagsübung der Feuerwehr Abteilung Ötlingen, die einmal mehr ihr ganzes Können unter Beweis stellte.

Uwe Sachs, Ehrenkommandant der Ötlinger Feuerwehr erklärte den vielen Schaulustigen das Szenario, das sich der stellvertretende Abteilungskommandant Michael Koger ausgedacht hatte. Sachs moderierte am Montag Morgen auch die gesamte Show-Übung.

Bereits vier Minuten nach der Alarmierung traf Gruppenführer Patrick Diegel mit seinem Trupp am Unglücksort bei der Festhalle ein. Um sich und das Fahrzeug nicht in Gefahr zu bringen, hielt er in sicherem Abstand und erkundete per Augenschein die Lage. Sachs erklärte das Vorgehen seiner Kameraden. Bei der angenommenen Schwere des Unfalls forderte der Gruppenführer umgehend weitere Hilfe an. Ein zweiter Trupp mit Gruppenleiter Jochen Währer und Zugführer Christoph Schäuble traf ein. Anhand der Gefahrgutkennzeichnungen mit den orangenen UN-Nummern gab Abteilungskommandant Schäuble die Meldung an die Leitstelle ab: "Brennbare ätzende Flüssigkeit läuft aus, Brandschutzmaßnahmen sind erforderlich und eine Notdekontamination muss aufgebaut werden". Superbenzin und Epichlorhydrin waren ausgelaufen. Während die Kameraden den Dekontaminierungsplatz errichten, wurden zwei Feuerwehrleute mit dem Chemikalienschutzanzug und dem Atemschutzgerät ausgerüstet. Diese Schutzkleidung soll den Feuerwehrmann bei seiner Tätigkeit bestmöglich gegen Chemikalien, gefährliche Gase, Dämpfe und Flüssigkeiten schützen.

Weil die Lage unübersichtlich war, wurde die Unglücksstelle mit dem sogenannten dreifachen Löschangriff mit Wasser, Schaum und Pulver bekämpft, erklärte Sachs: "Die Sicherheit stehe dabei an erster Stelle". In ihren Schutzanzügen verschlossen die beiden Feuerwehrleute die Kanalisation mit Schutzbeuteln, so dass keine weiteren Chemikalien mehr hinein fließen konnten, danach dichteten sie das Leck im Fass ab. Nach der gelungenen Aktion wurden die beiden dekontaminiert und ihre Schutzanzüge in einen verschlossenen Behälter zur Reinigung aufbewahrt.

Um Menschen, Fahrzeuge oder Geräte dekontaminieren zu können sei die Vorbereitungen enorm, erklärte Sachs und die interessierten Bürger konnten sich selbst ein Bild von dem Aufwand machen. Bei solch einem Unfall werden normalerweise mehrere Abteilungen herangezogen, und die Ötlinger seien nur für die Dekontaminierung zuständig, betonte der Ehrenkommandant. Abteilungskommandant Christoph Schäuble war mit dem Ablauf der Übung sehr zufrieden, es gebe zwar noch kleine Mängel, diese seien aber mit weiteren Übungen schnell behoben, er dankte den Teilnehmern für ihren Einsatz. Auch Michael Koger war über die Bewältigung der Aufgabe sehr erfreut.

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