Wenn Männer in Frauenkleider schlüpfen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 05. März 2019

Emmendingen

Das Jüdische Museum zeigt eine Wechselausstellung zum jüdischen Fasnachtsfest Purim.

EMMENDINGEN (BZ). Aus aktuellem Anlass ist bis 14,. April eine Ausstellung zum Purim-Fest im Jüdischen Museum zu sehen. Im jüdischen Monat Adar feiern Juden weltweit "Purim". Dieses Jahr fällt Purim auf den 20. /21. März.

Dieses Fest ist bei Kindern besonders beliebt, weil sie sich an ihm verkleiden, leckere süße Speisen essen und Spiele vorführen. Bei den Erwachsenen nicht minder, denn an ihm ist es sogar erlaubt, viel Alkohol zu trinken. Die Männer schlüpfen in Frauenkleider und umgekehrt. Dazu fällt es häufig in die hiesige Fastnachtszeit und hat mit ihr äußerlich einiges gemeinsam.

Aber auch nur äußerlich. Sein Name geht auf das Wort "Pur" = Los, zurück. Das Los für die Vernichtung des jüdischen Volkes wurde geworfen. Das Fest erinnert an die Rettung der Juden im damaligen persischen Reich vor zirka 2500 Jahren durch die Jüdin Ester und ihren Onkel Mordechai. Mit Gottvertrauen, scharfem Verstand und weiblicher Intuition gelang es dieser Frau, ihren Mann, den mächtigen Perserkönig Achaschwerosch, von der Vernichtung ihres Volkes abzubringen. Das Schicksal kehrte sich um und der Initiator des Pogroms, der hinterhältige Haman, wurde letztlich selbst gerichtet.

Das Böse kehrte sich zum Guten und allen Juden wurde Freude und Wonne zuteil. So steht es in der biblischen Ester-Geschichte. In der jüdischen Tradition wird die Ester-Geschichte aus einer in hebräischer Sprache geschrieben Rolle im Abend- und Morgengottesdienst vorgelesen. Dieses zusammengerollte Pergament liegt versteckt in einer meist kunstvoll verzierten Hülle (hebr. Megilla).

Die Ausstellung zeigt neben lustigen Verkleidungsutensilien für Purim anschaulich einige Typen von Ester-Rollenbehältern, Exponate aus der Sammlung Karl Günther. Das Exponat des Monats ist mit seinem silbernen Gehäuse mit floralen Elementen besonders kunstvoll gearbeitet. Die hebräische Inschrift identifiziert 1916 einen gewissen Mosche Jiuda Matatja als Besitzer dieser Rolle.

Info: Die Ausstellung ist bis zum 14. April im Jüdischen Museum (Mikwe) am Schlossplatz zu besichtigen. Weitere Informationen unter http://www.juedisches-museum-emmendingen.de