Wenn Mappach richtig unter Dampf steht

Doreen Fiedler

Von Doreen Fiedler

Mo, 14. Oktober 2019

Efringen-Kirchen

Bei Dämpfifest bliebt am Sonntag kein Sitzplatz frei.

EFRINGEN-KIRCHEN-MAPPACH (fied). Die Veranstalter strahlten mit der Sonne um die Wette. Nach einer durchwachsenen Woche sorgte ein schöner Spätsommertag für einen Massenandrang beim diesjährigen Dämpfifest in Mappach. Von allen Seiten strömten die Besucher herbei, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto. Bereits kurz nach der Eröffnung gab es kaum noch freie Plätze. Die Bedienungen leisteten Schwerstarbeit und hinter der Theke wurden Speisen und Getränke im Akkord gerichtet. Sämtliche verfügbaren Tische wurden herbeigeschleppt, um allen Besuchern gerecht zu werden. Die "1. Markgräfler Dilettantenmusik" aus Wollbach sorgte für musikalische Unterhaltung.

Die Dämpfi
In früheren Zeiten wurden mit einer Dämpfi aussortierte Kartoffeln zu Viehfutter verarbeitet. Die Mappacher Dämpfi wurde 1958 gebaut und landete in den achtziger Jahren in der Schrottsammlung. Von dort wurde sie von Karlheinz Hollenwäger und Bernd Geitlinger "gerettet". In den folgenden Jahren wurde sie mit viel handwerklicher Kunst und Erfindungsreichtum zum heutigen Schmuckstück gemacht. Sie wird mit Holz befeuert. Heute sind Uwe Breunig und Marc Stöcklin die "Maschinenführer". Sie heizen die Dämpfi bereits Stunden vor Beginn des Festes an, wachen den ganzen Tag über Temperatur und Druck und sorgen für die richtige Beladung mit Kartoffeln und Bauernwürsten. Ab und zu tönt ein schrilles Pfeifen über den Platz, wenn "Dampf abgelassen" wird.

Das Fest
Als die Dämpfi 1986 das erste Mal für ein öffentliches Fest verwendet wurde, sollte es ursprünglich eine einmalige Veranstaltung zu Gunsten der "Aktion Sorgenkind" sein, doch dann entschloss man sich, das "Dämpfifest" alle zwei Jahre durchzuführen. Der Erfolg bestätigte diese Entscheidung. Ohne viel Werbung kamen jedes Mal mehr Besucher. Das Dämpfifest in Mappach ist in der ganzen Region und darüber hinaus bekannt. Geblieben ist in allen Jahren die Tradition, einen großen Teil des Erlöses an soziale Einrichtungen zu spenden.

Die Speisen
Hauptbestandteil aller Speisen sind natürlich die in der Dämpfi zubereiteten heimischen Kartoffeln (auch "Grumbiere" genannt). Dazu gibt es verschiedene Beilagen. Bauernwürste, ebenfalls aus der Dämpfi, oder "Zieger" (frisch angemachter Kräuterquark) oder Münsterkäse. Musste man sich früher zwischen den drei Beilagen entscheiden, so gibt es seit einigen Jahren den "Dämpfiteller", der von jedem etwas enthält. Er hat sich zum Renner entwickelt. Außerdem gibt es Kuchen und Torten jeglicher Art. Neben den üblichen Getränken gibt es natürlich auch neuen Wein. Um die Bedienungen zu entlasten und Gläser zu sparen, wird er von einem "Löschzug" mit Kanister direkt am Tisch nachgeschenkt.
Die Helfer
Da es für einen Verein alleine fast nicht zu stemmen ist, bildete sich eine Gemeinschaft aus Feuerwehr, Gesangverein, Kirchengemeinde und Ortschaftsrat. Die Planung beginnt bereits im Frühjahr. Zum Fest sind dann nahezu 120 Helfer im Einsatz. 17 Bedienungen sind über Mittag eingeteilt, rund 20 Personen sorgen pro Schicht hinter der Theke für Nachschub. Auch Kaffeestube, Geschirrspüler und viele weitere Posten sind zu besetzen. Ortsvorsteher Helmut Grässlin freute sich, dass viele junge Leute freudig mitmachten. Zu den Helfern vor Ort kommen noch die Kuchenspender, die dafür sorgen, dass das Kuchenbüffet mit über hundert Kuchen gefüllt werden kann.