Wenn’s im Kraftwerk brennt

Heinz Vollmar

Von Heinz Vollmar

Do, 17. Oktober 2019

Grenzach-Wyhlen

Feuerwehrübung beim Wasserkraftwerk Wyhlen / Brand eines Hochspannungstransformators .

GRENZACH-WYHLEN. Was ist für die Feuerwehr bei Bränden an Hochspannungsanlagen zu beachten und welchen Abläufen und Szenarien sehen sich die Einsatzkräfte gegenüber, wenn sie am Unglücksort eintreffen? Diesen Fragen widmete sich am Mittwochabend eine Feuerwehrübung beim Wasserkraftwerk Wyhlen, wo der Brand eines Hochspannungstransformators angenommen wurde. Ein nicht ganz ungefährliches Szenario, bei dem auch kleinere Mängel deutlich wurden.

Bei strömendem Regen sahen sich die mehr als 20 Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Grenzach-Wyhlen unter der Leitung von Kommandant Claus Werner und Einsatzleiter Thomas Breier einem nicht ganz ungefährlichen Übungsszenario gegenüber: ein brennender Transformator.

Um diesen zu löschen, musste die Wehr mit der Drehleiter anrücken, auch um angrenzende Gebäude abzusichern. Zwei weitere Löschfahrzeuge standen für die eigentliche Brandbekämpfung und zur weiteren Gefahrenabwehr bereit. Feuerwehrkommandant Claus Werner betonte, dass man im Ernstfall die Feuerwehr der Firma DSM bei einem solchen Brand zu Hilfe rufen würde – allein deshalb, weil diese über viel mehr Löschschaum verfügen würden.

Die Theorie für solche Szenarien wurde der Feuerwehr der Doppelgemeinde bereits im vergangenen Jahr von Mitarbeitern des Energiedienstes ED Netze vermittelt, wie der Leiter der Abteilung Hochspannungsanlagen des Kraftwerks, Markus Linder, berichtete.

Er wies auf die besondere Bedeutung bei Bränden an stromführenden Anlagen, insbesondere an Hochspannungstransformatoren hin, so auch in Bezug auf den Umweltschutz bei Feuerwehreinsätzen. In diesem Zusammenhang erinnerte er an die Maßgaben der Berufsgenossenschaft ETEM (Energie, Textil, Elektro und Medienerzeugnisse), die in einem entsprechenden Leitfaden auf die Schwerpunkte der elektrischen Gefahren an Einsatzstellen für Feuerwehren hinweist.

Gleichzeitig betonte er das Zusammenspiel zwischen den Fachleuten der ED Netze und der Feuerwehr bei entsprechenden Havarien, dem besondere Bedeutung beigemessen werden muss.

Der Zugang zu entsprechenden Brandherden durch die Feuerwehr dürfte daher erst dann erfolgen, wenn über den Bereitschaftsdienst der ED Netze eine entsprechende Freigabe erfolgt ist, das heißt, wenn der Strom an den brennenden Anlagen abgeschaltet wurde.

In Bezug auf den angenommenen Brand am Hochspannungstransformator sagte er, dass der 110 Tonnen schwere Koloss 20 000 Liter Mineralöl zur Kühlung und zur Isolierung enthalten würde. Im Brandfall würden daher auch Temperaturen auftreten, die weit über 1000 Grad betragen. Für die Feuerwehr würde dies bedeuten, dass man nur mit Schaum dem Brand löschen kann, wobei immer darauf zu achten sei, dass etwaiges Löschwasser nicht über die Auffangwannen hinaus in den Rhein gelangen.

Die Feuerwehr ging ihr Übungsszenario mit großer Umsicht und mit großem Sachverstand an. Einsatzleiter Thomas Breier und die Verantwortlichen der ED Netze zeigten sich sehr zufrieden über den Ablauf des Übungsgeschehens, das auch kleinere Mängel zum Beispiel beim Zugang zur Brandmeldeanlage im Kraftwerk durch die Feuerwehr deutlich machte. Die Verantwortlichen der ED Netze versprachen, diese Mängel jedoch umgehend abzustellen.