Historisches Anwesen

WG Schliengen-Müllheim rechnet mit dem baldigem Verkauf des Lindenhofs

Dorothee Philipp

Von Dorothee Philipp

Fr, 10. Mai 2019 um 07:12 Uhr

Müllheim

Derzeit steht das weitläufige Anwesen, dessen Gebäudeteile einen großen Innenhof umschließen, weitgehend leer. Wie wird das Gebäude zukünftig genutzt werden?

Die Erste Markgräfler Winzergenossenschaft Schliengen-Müllheim hat nach den Turbulenzen der beiden zurückliegenden Jahre wieder Tritt gefasst. Das wurde deutlich bei der Winzerversammlung, zu der Geschäftsführer Heiko Schapitz vor wenigen Wochen nach Bahlingen eingeladen hatte (BZ vom 20. April: In der Winzergenossenschaft Schliengen-Müllheim geht es bergauf). Dabei kam auch ein möglicher Verkauf des Lindenhofs an der Müllheimer Werderstraße zur Sprache, der der WG gehört.

Das Geld, das der geplante Verkauf des Lindenhofs einbringen soll, ist nicht zur Deckung von Finanzlücken eingeplant, erklärte der Vorstandsvorsitzende Siegfried Ernst auf Anfrage der BZ. Derzeit sei man mit der historischen Immobilie "nicht offensiv am Markt", auch weil man sich, was das Nutzungskonzept angeht, mit der Stadt Müllheim abstimmen will, sagte Ernst.

Der Lindenhof, erbaut 1792 von den Urgroßeltern des Weinbauprofessors und Gründers des Deutschen Weinbauverbandes Adolph Blankenhorn, kam als ehemaliger Hauptsitz der WG Müllheim (1978 bis 2001) mit der Fusion der beiden Winzergenossenschaften Schliengen und Müllheim 2001 in den Besitz der neu firmierten WG. Derzeit steht das weitläufige Anwesen mitten in Müllheim, dessen Gebäudeteile einen großen Innenhof umschließen, weitgehend leer.

Da man mit einem baldigen Verkauf rechne, habe man das Restaurant und das Haupthaus mit Büro- und Wohnetage nicht vermietet, sagte Ernst. Bestehen bleiben soll jedoch auf jeden Fall die Verkaufsstelle der WG, wo auch Weinproben stattfinden können. Dass die Stadt aufgrund ihrer derzeit angespannten Haushaltslage nicht als potenzielle Käuferin in Betracht kommt, bedauert er.

Aber bei den Überlegungen, welches Konzept im Lindenhof letztendlich zum Zuge käme, wolle man auch die Stadt hören. Denkbar sei, dass man künftig weitere kleine Ladengeschäfte in den lang gestreckten Gebäudetrakten ansiedelt, durchaus auch mit Angeboten anderer Weinerzeuger.

Und auch eine Wiedereröffnung der Lindenhof-Schänke als Restaurant sei wünschenswert. "Doch im Moment wollen wir uns vor allem auf unser Kerngeschäft konzentrieren: den Weinbau und die Pflege der Kundschaft", betonte Siegfried Ernst.

Der Schwund der Rebflächen, der der Winzergenossenschaft schwer zu schaffen machte, sei jetzt gestoppt, vereinzelt seien Winzer bereits wieder in den Schoß der Genossenschaft zurückgekehrt, sagte Ernst. Denn inzwischen habe die Auszahlung von Traubengeld mit etwas über 7000 Euro pro Hektar auch wieder eine akzeptable Größe erreicht, an der man weiter arbeiten werde: "Die Richtung stimmt, und wir müssen für die Auszahlung der Winzer nicht unsere Rücklagen angreifen."