Wichtigster Schutz ist es, im Gespräch zu bleiben

Ingeborg Pallaske

Von Ingeborg Pallaske

Fr, 19. Februar 2021

Schopfheim

Online-Elternabend zum Thema Medienkompetenz am Theodor-Heuss-Gymnasium Schopfheim stößt auf große Resonanz.

. Eine Premiere konnten die Eltern der fünften bis zehnten Klassen des Theodor-Heuss-Gymnasiums Schopfheim in den beiden vergangenen Wochen erleben, als der seit vielen Jahren regelmäßig stattfindende Elternabend zum Thema Medienkompetenz erstmalig als Online-Veranstaltung über das Big-Blue-Button-Videokonferenz-Tool angeboten wurden.

Offensichtlich war das Interesse der Eltern an diesem virtuellen Elternabend sehr groß – wurde doch aufgrund der großen Nachfrage beim ersten Termin noch ein zweiter Abend von den Referenten Sandra Grässlin (Referat Prävention, Polizeipräsidium Freiburg) und Daniel Ott (Prävention, Villa Schöpflin) angeboten. Im ersten Teil des Abends klärte Sandra Grässlin über (straf-)rechtliche Sachverhalte auf, die beachtet werden müssen, wenn man im Internet unterwegs und aktiv ist.

Das Recht am eigenen Bild, verbotene Inhalte und Cybermobbing sind unter anderem auch Inhalt der zweistündigen Schülerworkshops, die im Mai von Sandra Grässlin in allen siebten Klassen des Theodor-Heuss-Gymnasiums geplant sind. Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei befähigt werden, das Internet sicher und rechtskonform nutzen zu können. Daniel Ott von der Villa Schöpflin ging im zweiten Teil des Elternabends darauf ein, welche Inhalte im Internet derzeit für die Jugendlichen besonders interessant sind. Er zeigte auf, mit welchen Mitteln Anbieter arbeiten. Diese köderten jugendliche Nutzer etwa mit leicht erspielbaren Preisen auf den ersten Levels oder Strafen, wenn Spielzeiten nicht eingehalten werden. Die Möglichkeit, den Alltag hinter sich zu lassen, um Erfolge in der virtuellen Wirklichkeit zu erleben, führe bei nicht wenigen Jugendlichen dazu, immer mehr Zeit im Spiel zu verbringen bis hin zur Spielsucht, die mittlerweile auch von den Krankenkassen als ernsthafte Krankheit anerkannt werde.

Daniel Ott riet den Eltern, sich von ihren Kindern die Spiele erklären lassen, um im Gespräch zu bleiben und informiert zu sein. Eine problematische Mediennutzung könne dann auch schneller erkannt und mit den Jugendlichen thematisiert werden. Smartphones sollten über Nacht nicht im Kinderzimmer bleiben, allein schon um den Kindern eine Ruhephase ohne WhatsApp & Co zu ermöglichen. Eine kostenlose Drittanbietersperre schütze vor Abo-Fallen und klare Regeln für die Kinder und das eigene Nutzerverhalten könnten ebenfalls dabei helfen, einen kontrollierten Umgang mit dem Smartphone und seinen Möglichkeiten zu erlernen. Denn: "Erziehung ist Aufgabe der Eltern", ist Daniel Ott überzeugt. Hellhörig werden sollten Eltern, wenn sie extreme Verhaltensänderungen feststellen, etwa eine stark erhöhte Aggressivität gegen Eltern und Geschwister oder ein übermäßiger Rückzug aus der Familie. Wer Hilfe sucht, könne sich in solchen Fällen auch vertraulich an die Villa Schöpflin wenden.

Infos und Angebote zum Thema Mediennutzung gibt es auf der Homepage der Villa Schöpflin unter http://www.villa-schoepflin.de. Dort findet sich auch der Zugang zum "Mobilen Eltern-Medien-Café" und Infos zum Herunterladen im Materialshop. Die Polizei informiert unter http://www.polizei-beratung.de . Weitere Medienangebote finden sich auf: http://www.medien-kindersicher.de, http://www.klicksafe.de und http://www.jugendschutz.net. Jugendliche finden Wissenswertes unter anderem auf: http://www.handysektor.de/mediathek und http://www.klicksafe.de