Kreisliga

Wie Benjamin Bechtel beim TuS Kleines Wiesental alle überrascht hat

Mario Schmidt

Von Mario Schmidt

Mo, 12. Oktober 2020 um 18:19 Uhr

Kreisliga Hochrhein

Der FC Hausen befindet sich im freien Fall. Auch nach der siebten Niederlage will der Kreisligist seiner Linie jedoch treu bleiben. Einen besonderen Torjubel gab es beim Gegner TuS Kleines Wiesental.

"Meiner Meinung nach braucht es nicht mehr viel, um über den Berg zu kommen", sagt Hausens Trainer Atilla Ürgen zur sportlichen Lage beim Schlusslicht der Fußball-Kreisliga A, Staffel West. Wohl wissend, "dass sich Außenstehende denken, ich würde komisches Zeug reden", glaubt Ürgen nach wie vor an seine Elf. Gegen den TuS Kleines Wiesental (0:5) kam Hausen gut in die Partie und war daran beteiligt, dass sich eine ausgeglichene erste Halbzeit entwickelte. Gleicher Meinung war TuS-Trainer Joachim Boos: "Es gab Chancen auf beiden Seiten, wobei wir das Tor gemacht haben." Auch im TuS-Strafraum "wurde es ein paar Mal brenzlig".

Ürgen sah ein gutes Aufbauspiel seines jungen Teams, dessen größtes Problem die Offensive bleibt. "Die notwendige Durchschlagskraft fehlt uns massiv. Vorne fehlt die Qualität, das muss man, so hart es klingt, auch zugeben." Die Gäste-Führung erzielte Benjamin Bechtel (26.), der sich das Spielgerät unters Trikot stopfte und den durch den ehemaligen brasilianischen Superstar Robinho bekannt gewordenen Baby-Torjubel zelebrierte. "Wir wurden alle damit überrascht. So wie’s aussieht, kriegen sie daheim Nachwuchs", sagt Boos lachend.

Mit Bechtel, der noch den Treffer zum 5:0-Endstand beisteuerte (82.), verfügt der TuS neben Patrick Hafensteiner über einen zweiten Torjäger, den man beim FCH so dringend benötigen würde. Trotz der siebten Niederlage in Serie will Ürgen seiner Linie treu bleiben und nicht nur auf das Resultat achten. "Wenn wir mit zehn Mann 90 Minuten lang verteidigen und vorne hoffen, dass unser schnellster Spieler ein Tor schießt, ist das aus meiner Sicht nicht nachhaltig und trägt somit nicht zur Entwicklung unseres Teams bei." Auch in Hausen wollen sie so lange wie möglich die Null halten, aber eben auch "den Fußball spielen, der mir und der Mannschaft Spaß macht", sagt Ürgen.

Aufbruchstimmung beim SV Todtnau?

Freude bereitete Boos die zweite Halbzeit, "in der wir defensiv besser standen und, je länger die Partie lief, stärker geworden sind. Nach dem 2:0 hat Hausen nochmal Druck gemacht und für uns haben sich die Räume zum Kontern ergeben". Nun hat Boos das Spiel gegen eine "starke Binzener Mannschaft" im Blick. Beim Tabellenzweiten verlor der SV Todtnau (0:1). "Sicherlich etwas unglücklich, aber der Sieg geht aufgrund des Chancenübergewichts in Ordnung", resümierte SVT-Trainer Harald Wissler. Die Todtnauer, bei denen Wissler "den ganzen Samstagmorgen herumtelefoniert" hat, um ein wettbewerbsfähiges Team zu mobilisieren, unterlagen nach "einem dummen Konter in der 74. Minute". Erfreulich war aus Wisslers Sicht, "dass es viel Lob vom Gegner für unsere Leistung gab und trotz der Niederlage eine Art Aufbruchsstimmung zu spüren war".

"Die Mannschaft hat keine Reaktion gezeigt." Huttingens Trainer Guido Perrone
Der FC Huttingen hätte nach Meinung von Spielertrainer Guido Perrone bei der SG FC Wehr-Brennet II "problemlos zur Halbzeit 0:3 hinten liegen können, weil wir mal wieder die ersten 45 Minuten verpennt haben". Danach wandelte sich das Bild. "Wir schießen drei Tore, von denen zwei wegen Abseitsstellung aberkannt werden. Zumindest eine war nie im Leben gerechtfertigt", haderte Perrone, den die 1:2-Niederlage schmerzt: "So eine erste Halbzeit gegen ein Team, das im Mittelfeld rumturnt, reicht nicht. Am meisten ärgert mich, dass die Mannschaft keine Reaktion auf die 0:6-Klatsche gegen Stetten gezeigt hat. Ich dachte, da kommt was von den Jungs."