Trendwende

Wie der Kegelsport ums Überleben kämpft

Steve Przybilla

Von Steve Przybilla

Sa, 03. Februar 2018 um 17:41 Uhr

Südwest

BZ-Plus Hat der Volkssport Kegeln ausgedient? Lange Zeit gehörte der Kampf mit Kugeln und Kegeln zu den beliebtesten Hobbys der Deutschen – heute droht die Sportart zu vergreisen.

Arno Kiechle muss sich konzentrieren. Beine dicht zusammen, aufrecht stehen, durchatmen. Dann geht’s los. Mit zwei beherzten Schritten tritt der 59-Jährige nach vorne, geht in die Hocke, holt aus, zielt und stößt. Die lochlose Vollhandkugel rollt gemächlich über die Bahn; 2,7 Kilo Kunstharz auf dem Weg ins Ziel. Klack, klack – Treffer! Sieben Kegel fliegen aus der Bahn. Nicht schlecht für den ersten Versuch am Abend.

"Gute Koordination ist wichtig", sagt Kiechle, der als 16-Jähriger von seinem späteren Schwiegervater zum ersten Mal auf die Bahn mitgenommen wurde. Er hat alle Phasen mitgemacht, die das Kegeln in Deutschland hatte. Den Boom in den 1970er-Jahren. Die modernen Hallen. Den Volkssport in den 1980ern. Schließlich den steten Rückgang.

"Heute wollen wir das Image vom Bierkegeln loswerden", sagt Kiechle und dreht sich demonstrativ zur Seite: Die Kegler in der Freiburger Heinz-Rösch-Halle in der Ensisheimer Straße tragen Sportoutfit: kurze Hosen, T-Shirts, Stirnbänder. Zehn Bahnen, zehn ernste Gesichter. Dahinter, auf den Tischen, steht Mineralwasser. "Unser Hobby ist gesellig", sagt Kiechle, "aber Alkohol ist bei Sportkeglern tabu."

Keine ...

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