Unternehmensjubiläum

Wie die Teninger Firma Trumpf 250 Jahre ein Familienbetrieb blieb

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Fr, 17. September 2021 um 08:30 Uhr

Teningen

Zahlreiche Konstante begleiten die lange Firmengeschichte: Mit einem Festakt beging nun die Trumpf Werkzeugmaschinen Teningen GmbH ihr 250-jähriges Bestehen.

Schon beim Check-in zum Festakt wird deutlich. Wenn Trumpf, einer der weltweit größten Werkzeugmaschinen-Hersteller, in Teningen 250 Jahre Industriegeschichte feiert, dann ist das eine internationale Angelegenheit. Nicht auf Badisch werden die Gäste begrüßt und um Corona-Nachweise gebeten. Ganz nahe zum ehemaligen Vorderösterreich begrüßen Mitarbeiterinnen aus Pasching, dem gleich neben Linz gelegenen Unternehmenszentrum für Biegetechnik, die Gäste mit alpenrepublikanischem Zungenschlag. Die Unternehmensfamilie steht zusammen, auch wenn es gilt, zu feiern.

Von der Schmiede zum Weltmarktführer

Das Familiäre hebt dann auch IHK-Hauptgeschäftsführer Dieter Salomon hervor. 250 Jahre sei ein äußerst seltenes Jubiläum, so der ehemalige Freiburger Oberbürgermeister. Was sich durch die zweieinhalb Jahrhunderte wie ein roter Faden ziehe, sei bei allem Wandel und allen Brüchen, die Treue zur Familienführung. Von der ursprünglichen Schmiede, einem Handwerksbetrieb, bis zum Teil eines Weltmarktführers: Immer habe an der Spitze eine Familie die Geschicke gelenkt. Mit der Folge, so Salomon, dass sich die Familien, auch in der Verantwortung für die Beschäftigten, "um die Nachfolge kümmerten". Das schnelle Geld durch den Verkauf an Shareholder, mit der Gefahr der Zerschlagung, sei eben nicht gewählt worden. "Vier Familien haben jeweils über drei Generationen den Stab immer weiter gegeben", hatte zuvor Werkleiter Michael Fischer das Besondere der Geschichte erläutert.

"Nischenprodukte sind unverzichtbar"Nicola Leibinger-Kammermüller
Vor vielen Verbandsvertretern und geladenen Kunden unterstreicht Nicola Leibinger-Kammüller die Bedeutung des Standorts Teningen. Auch wenn die dort gefertigten Maschinen "oberflächlich betrachtet als Nischenprodukte gesehen werden können", so die Vorsitzende der Geschäftsführung von Trumpf, seien sie unverzichtbar für das Portfolio des Maschinenbauers. Ein breit aufgestelltes Angebot sei wichtig, um den Anforderungen eines wachsenden Kundenspektrums gerecht zu werden.

Aufträge versprechen Vier-Milliarden-Umsatz

Die TWT (Trumpf Werkzeugmaschinen Teningen GmbH) sei fester Bestandteil einer starken Gruppe, die im zurückliegenden Geschäftsjahr einen sehr guten Umsatz auf Vor-Corona-Niveau verbucht habe. Zudem verspreche der Auftragseingang, erstmals die Vier-Milliarden Grenze zu touchieren.

Für Standortbürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker, "so wie auch die Feier selbst", ein beruhigendes, deutliches Bekenntnis zur TWT. In Teningen sind aktuell 129 Mitarbeiter, darunter zwölf Azubis beschäftigt. "Erfindergeist, Fleiß und Akribie", nennt er als weitere Konstante der langen Geschichte, in der sowohl die Währungen als auch die politischen Systeme elf Mal gewechselt hätten. Zugleich verweist er auf die Nähe zu den Verantwortungsträgern vor Ort.

Dass die engen Kontakte zu den politischen Entscheidungsträgern bewusst gepflegt werden, verdeutlicht nicht nur die Gästeliste. "Wählen sie richtig", appellieren sowohl Leibinger-Kammüller als auch Dieter Salomon an die Festaktfamilie. Wo das richtige Kreuz auf dem Wahlzettel am 26. September zu setzen sei, lassen sie dabei offen. Zumal, auch wenn manche ihrer Worte ähnlich klangen, sie noch immer in unterschiedlichen politischen Gruppierungen zu verorten sind.