Innovativer Querdenker

Wie ein schwäbischer Unternehmer den Automarkt für Behinderte revolutionierte

Marco Lauer

Von Marco Lauer

So, 07. Januar 2018 um 13:14 Uhr

Südwest

BZ-Plus Der Schwabe Roland Arnold hatte vor 20 Jahren ein Schlüsselerlebnis. Seither baut er Fahrzeuge so um, dass sie auch Behinderte selber steuern können.

Belesen sei er ja nicht so wahnsinnig. "Koi Zeit." Ein paar Sätze aber zitiert er trotzdem gerne. Wie den von Henry Ford. Egal, ob du denkst, du kannst es, oder du denkst, du kannst es nicht: In beiden Fällen wirst du Recht behalten. "Dann doch lieber Erschteres", sagt Roland Arnold, 51 Jahre alt, die man ihm nicht ansieht, ein eher kleiner Mann von 1,70 Meter und großem Selbstbewusstsein, der bei den meisten Mitarbeitern "der Role" ist, modische Brille, dunkle Jeans, blaues Hemd.
Arnold ist Unternehmer aus tiefster Seele, hat einen Dreiklang geschafft, von dem viele Firmengründer träumen: Erfolg haben, reich werden und das mit etwas Gutem. "I sag’s ehrlich," sagt Arnold, unverstellt schwäbisch, wie er mit jedem redet, selbst mit Angela Merkel, "ebbes Geileres wie den Job zom macha gibs für mi ed." Der Job: Alleineigentümer und Chef der Paravan GmbH in Pfronstetten-Aichelau, Paravan-Straße 5 bis 10. Die Firma ist Weltmarktführer einer Nischenbranche: Behindertengerechte Umbauten von Fahrzeugen. Im letzten Jahr rüstete man mit 170 Mitarbeitern über 500 Autos um. Brachte damit mehr als 500 Menschen das lange vermisste Gefühl von Glück. Seit Gründung der Firma 1997 waren es gar schon mehr als 6000. Wenn es sich irgendwie machen lässt, ist Arnold noch immer bei einer Fahrzeugübergabe dabei. Weil es jedes Mal eine Art magischer Moment sei. Aus dem er unglaublich viel Kraft ziehe für seine 15-Stunden-Tage. "Da heulet die Leut’ au ganz oft vor Glück," sagt Arnold in den Besprechungsraum, "und da heul’ sogar i manchmol mit, obwohl i eigentlich echt ’n’ harter Hond bin."
Ein Schlüsselerlebnis führt zur Firmengründung
An einem Abend vor mehr als zwanzig Jahren, im August 1996, fällt für Roland Arnold, bis dahin selbständig mit einer florierenden Autowerkstatt samt Lackiererei im umgebauten Stall seines Elternhauses gleich gegenüber dem heutigen Firmensitz, die Entscheidung für sein zweites Unternehmerleben. Es gießt aus Kübeln und Arnold parkt seinen Wagen auf einer Raststätte bei Chemnitz. Möchte schnell und möglichst trocken auf die Toilette.
Auf dem Rückweg sieht er eine Frau, die sich damit abmüht, ihren querschnittgelähmten Mann vom Rollstuhl auf den Beifahrersitz zu hieven. Beide schon durchnässt vom Regen. Arnold steigt ins Auto ...

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