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Haushaltsunfall

Wie ein Verbrühungsunfall eine junge Familie aus ihrem Alltag riss

  • Fr, 23. März 2018, 10:08 Uhr
    Menschen (fudder) Menschen

     

Pro Jahr verbrühen oder verbrennen sich 30.000 Kleinkinder – einer von ihnen ist der einjährige Nelson. Das kochend heiße Wasser einer geplatzten Teekaraffe verletzte ihn schwer.

Kurz nach der Transplantation: Nelson im Unfallklinikum Berlin  | Foto: Sophie-Theres Guggenberger
Kurz nach der Transplantation: Nelson im Unfallklinikum Berlin Foto: Sophie-Theres Guggenberger
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Ein Erfahrungsbericht
Es ist der Albtraum aller Eltern: ein Haushaltsunfall ihres Kindes. Der kleine Nelson verbrüht sich mit heißem Teewasser. Die Mutter und Journalistin Sophie-Theres Guggenberger erzählt die Geschichte vom Unfall ihres Sohnes – und seiner Heilung.
Das war einer dieser Momente, dieser kurze Augenblick, ein Wimpernschlag, der ein Leben komplett verändert. In eine andere Richtung lenkt. Große Ereignisse, wirklich große, positive wie negative, kündigen sich niemals lange zuvor an. Sie passieren. Von jetzt auf gleich. Sie erwischen einen eiskalt. Völlig unvorbereitet. Und reißen einen aus dem Leben. Werfen einen aus der mehr oder weniger geregelten Bahn.
Es geschah vor mehr als einem Jahr, kurz vor Weihnachten, am 17. Dezember 2016. Die engste Familie war schon angereist und freute sich, endlich wieder beisammen zu sein und mit dem jungen Nachwuchs gemeinsam Zeit zu verbringen. Draußen wurde gegrillt, drinnen geplaudert, gespielt – und Tee gekocht. Alles ganz normal, wie schon unzählige Male zuvor auch. Der Wasserkocher brodelte und der Tee wurde frisch aufgegossen. Plötzlich platzte die Teekaraffe und zersprang in zwei Teile. Das kochend-heiße Wasser sprudelte wie ein Wasserfall aus dem Gefäß und ergoss sich auf den Boden.
Notärzte und Rettungswagen treffen innerhalb weniger Minuten ein
Schon winzige Tröpfchen verursachten unangenehme Schmerzen, ich springe instinktiv zur Seite und erblicke dabei im Augenwinkel meinen kleinen Sohn Nelson, gerade ein Jahr alt geworden. Er steht da auf dem Fußboden, regungslos. Um ihn herum eine Pfütze. Ehe ich registriere, was da gerade passiert ist, nehme ich ihn sofort hoch auf den Arm. Und erst als er sich mit der Hand Hals und Gesicht reibt, lässt sich erahnen, was hier gerade geschehen war. Die Haut reibt sich ab wie weiche Butter. Das rohe, helle Fleisch wird sichtbar.
Sofort wird die durchnässte Kleidung ausgezogen und mit Wasser gekühlt. Parallel die 112 ...

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