Wie kommt die Butter aufs Brot?

Jasmin Radel

Von Jasmin Radel

Sa, 24. August 2019

Rheinfelden

Beim Ferienprogramm auf dem Hof in Minseln gehen Kinder auf Tuchfühlung mit Kühen und schauen dem Bauer über die Schulter.

RHEINFELDEN-MINSELN. Wo kommt die Milch genau her und wie wird daraus Butter? Mit dieser und weiteren Fragen rund um die Kuh hat sich Susi Greiner mit den kleinen Teilnehmern beim Kinderferienprogrammtag des BLHV (Badischer Landwirtschafts-Hauptverband) in dieser Woche beschäftigt – und zwar direkt beim Erzeuger, auf dem Hof der Familie Maier in Minseln.

Matthias Maier führt in Minseln am Talweg Landwirtschaft und Milchviehbetrieb in vierter Generation. Während sein Arbeitstag normalerweise den gewohnten Gang, von der Versorgung der Tiere und Feldarbeit, geht, wollten nun plötzlich neun Kinder diese Arbeit mal ganz genau sehen. Was macht Maier den ganzen Tag und vor allem, wie macht er das, dass am Ende frische Milch dabei rauskommt? Diese Geheimnisse lüftete Greiner über die Initiative "Lernort Bauernhof" im Kinderferienprogramm im Rahmen einer großen Hofexpedition. Unterstützt wurde sie dabei tatkräftig von Silvia Rütschle, Ortsvorsteherin von Adelhausen.

Los ging es im Kälberstall mit einem ersten Annähern an die Materie "Kuh" auf Augenhöhe, danach begann das Lernprogramm. Die Kinder konnten mit selbst geschnittenem Gras Rundballen formen und mit Folie als "Silagefutter" einpacken. Genau so, wie es Matthias Maier für seine Kühe macht. Allerdings in ganz anderer Größe und Dimension, denn Maier muss das Futter den ganzen Sommer über mähen, pressen und einlagern.

Mit diesem neuen Wissen machte sich die Truppe auf zu den meterhohen Türmen aus Silage- und Strohballen und – trotz Sommerferien und Schulpause – wurde eifrig gezählt und multipliziert, wie viel Futter hier auf Vorrat gelagert wird. Nach dieser Rechenaufgabe waren sich die kleinen Hofforscher einig: "Der Matthias und sein Papa müssen ja ganz schön viel Essen für alle Kühen richten." Schließlich haben 92 Tiere einen gesunden Appetit. Aber nicht nur Gras allein macht die Tiere satt, es muss auch Weizenschrot geben, und diesen durften die Kinder selbst mahlen und verfüttern.

Bevor es zum "leckeren" Teil des Nachmittages überging, lieferten sich die Mädchen und Jungs noch einen Wettstreit am kleinen Melkgestell und mussten feststellen, dass das Melken von Hand gar nicht so einfach ist und der Einsatz einer Melkmaschine diesen Vorgang erheblich erleichtert. Alle waren fasziniert, wie das Melkkarussell funktioniert, in das die Kühe selbstständig hineinlaufen. "Die sind ja voll schlau, die Kühe", fand die zehnjährige Annika aus Herten. Ihr gefiel der Tag sehr gut und sie fand den Hof "toll".

Danach stärkten sich alle mit einem frisch gemixten Erdbeershake aus Vollmilch, Joghurt, Honig und Beeren. Und dann durften die Kinder auch noch selbst Butter machen. Dafür verteilte Susi Greiner Schraubgläser, füllte frische Sahne hinein und ließ die Kinder so lange ordentlich schütteln, bis sich die Sahne in Butter und Buttermilch getrennt hatte. Auf frischem Bauernbrot und mit Schnittlauch bestreut, wurde die Butter gleich probiert. "Voll lecker", fand der siebenjährige Stefan aus Herten und nahm sich noch eine große Scheibe. Mit vielen Eindrücken und noch mehr Wissen ging ein geselliger Nachmittag zu Ende, und Greiner zog ein durchweg positives Fazit.