Flüchtlinge und Mangel an günstigem Wohnraum

Bundesregierung will Wohnungsbau ankurbeln

Ronny Gert Bürckholdt

Von Ronny Gert Bürckholdt

Di, 01. März 2016 um 10:59 Uhr

Wirtschaft

Flüchtlinge verstärken den Druck auf den Wohnungsmarkt. Die Bundesregierung will den Bau günstiger Wohnungen subventionieren. Aber wo errichtet man sie, wenn es kein Bauland gibt?

Wer etwas über den hiesigen Wohnungsmarkt lernen will, kann die Immobilienannoncen einer Tageszeitung zur Hand nehmen – und vergleichen, wonach die Leute suchen, und was ihnen angepriesen wird. Jüngst tat jemand sein Interesse an einer Dreizimmerwohnung in Freiburg oder Umgebung kund; einen guten Bahn- oder Busanschluss sollte sie haben und nicht mehr kosten als 600 Euro warm. Unter "Vermietungen" zeigte sich schnell: Daraus wird wohl nichts werden. Dort ist eine einzige Dreizimmerwohnung für etwas mehr als 700 Euro warm beschrieben, das Gros kostet etwa 1000 Euro warm.

Ein Steuerprivileg soll einen bauboom entfachen
Weil auch die Bundesregierung findet, dass immer mehr Menschen mit wenig Geld Schwierigkeiten haben, eine günstige Wohnung zu finden, hat sie eine Mietpreisbremse und eine Kappungsgrenze durchgesetzt. Deren Nutzen ist zweifelhaft. Jetzt will Berlin nicht nur Preise steuern, sondern das Angebot an Wohnraum vergrößern. Anfang Februar hat das Kabinett einen Gesetzentwurf aus dem Finanzministerium auf den parlamentarischen Weg gebracht. Darin steht, Ziel sei die "Förderung des Mietwohnungsneubaus in Gebieten mit angespannter Wohnungslage". An keiner Stelle der Novelle wird Bezug genommen auf die vielen Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen. Aber es ist abzusehen, dass dies die ohnehin angespannte Lage in den unteren Preisklassen der Mietwohnungsmärkte begehrter Städte verschärft – falls nicht erheblich mehr gebaut wird.

Berlin will, dass dort mehr günstiger Wohnraum entsteht, wo die meisten Menschen hinziehen. Investoren sollen dazu die Kosten für den Bau oder den Erwerb neuer Mietwohnungen leichter stemmen können. ...

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