Klimaforschung

Schellnhuber: "Die Chancen stehen 50:50"

Jörg Buteweg

Von Jörg Buteweg

Sa, 06. Februar 2016 um 00:00 Uhr

Wirtschaft

BZ-Interview mit Hans Joachim Schellnhuber. Der 65-Jährige gehört zu den renommiertesten Deutschen Klimaforschern. Er hofft auf ein schnelles Ende der Kohleverbrennung.

Die überwältigende Mehrheit der Wissenschaftler ist sich einig, dass der Mensch einen erheblichen Anteil am Klimawandel hat. Warum ist das in der Öffentlichkeit anders? Da wird ja mitunter heftig in Zweifel gezogen, dass der Mensch etwas mit dem Klimawandel zu tun hat.
Schellnhuber: Die große Mehrheit der Menschen hat die Ursachen des Klimawandels durchaus verstanden, und in Paris haben vor wenigen Wochen Vertreter von fast 200 Staaten ein Abkommen verabschiedet, das im Einklang steht mit dem Stand der Forschung. Mein Kollege Stefan Rahmstorf hat gerade erst eine Studie veröffentlicht, die zeigt: Die Wahrscheinlichkeit, dass die jährlichen Wärmerekorde der letzten Zeit nicht durch den menschengemachten Klimawandel verursacht wurden, liegt zwischen 1:5000 und 1:170 000 – also weit unterhalb des Problembereichs.

BZ: Wenn das so eindeutig ist – warum gibt es dann noch Zweifel?
Schellnhuber: In unserem Alltag arbeiten wir meist mit "ja" oder "nein", in der Wissenschaft geht es jedoch oft um Wahrscheinlichkeiten. Wir können zum Beispiel anhand unserer Berechnungen sehr klar zeigen, dass der Meeresspiegelanstieg schon bei einer globalen Erwärmung um 1,5 Grad zu einem großen Risiko für die Inselstaaten wird. Wir können aber nicht seriöserweise sagen, dass dann mit absoluter Sicherheit die kleinen Inselstaaten untergehen. Oft bleibt der Klimawandel für den einzelnen Menschen ein wenig greifbarer Vorgang. Weil er sich zudem über einen langen Zeitraum erstreckt, schieben manche das Thema lieber beiseite.

BZ: Was bis zu einem gewissen ...

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