BZ-Interview

Wirtschaftsexperte Wambach: "Koalitionsvertrag könnte ambitionierter sein"

Barbara Schmidt

Von Barbara Schmidt

Fr, 09. März 2018 um 12:10 Uhr

Wirtschaft

BZ-Plus BZ-Interview mit Achim Wambach, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim, über die Pläne der neuen Groko in den Bereichen Steuern und Digitalisierung.

Bei der Steuerpolitik könnte der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD ambitionierter sein, sagt Achim Wambach, Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Im Gespräch mit Barbara Schmidt nimmt er auch Stellung zum Fachkräftemangel und zu den Konjunkturerwartungen im Euroraum.
BZ: Die USA denken über Importzölle auf Stahl und Aluminium nach. Die EU kontert mit Zöllen auf Harley-Davidson-Motorräder und amerikanischen Whiskey. Wo soll das enden?
Wambach: Für die Stahlindustrie sind Strafzölle ein Problem. Strafzölle hat es aber schon häufiger gegeben. Der volkswirtschaftliche Gesamteffekt ist beherrschbar, solange wir nicht in einen Handelskrieg eintreten. Das größere Potenzial, uns nervös zu machen, hat zum jetzigen Zeitpunkt die Steuerreform in den USA. Sie wird uns in mehreren Dimensionen treffen. Zum einen ist es durch den deutlich gesenkten Unternehmenssteuersatz jetzt attraktiver, in den USA zu investieren. Zum anderen müssen in den USA ansässige Unternehmen künftig nur die lokalen Steuern auf ihre Gewinne am jeweiligen Auslandsstandort zahlen. Die bisher erforderliche Nachversteuerung von Auslandsgewinnen in den USA entfällt. Dadurch wird der Steuerwettbewerb zwischen den Ländern in Europa angefacht.
"Deutschland wird reagieren müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben."
BZ: Was bedeutet das für Deutschland?
Wambach: Künftig macht es einen größeren Unterschied, wo ein Unternehmen seinen Sitz hat. Die Franzosen haben bereits angekündigt, die Unternehmenssteuern zu reduzieren. Die Briten werden es nach dem Brexit mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls tun. Deutschland wird reagieren müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
BZ: Deutschland muss die Steuern für Unternehmen senken und sich dabei an anderen Ländern orientieren?
Wambach: Genau, das ist keine Entscheidung, die man nur rein national betrachten ...

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