Wo Mauern der Fall sind

Angela Köhler, Inge Günther und Peter Nonnenmacher

Von Angela Köhler, Inge Günther & Peter Nonnenmacher

Mo, 09. November 2009

Deutschland

Die Deutschen haben das Monstrum besiegt. Koreaner, Israelis, Palästinenser und Iren können nur davon träumen / Von Angela Köhler, Inge Günther und Peter Nonnenmacher

KOREA: EISKALTER KRIEG
AUF GANZER LINIE
Wer glaubt, mit dem Berliner Mauerfall vor 20 Jahren sei der Eiserne Vorhang überall auf der Welt erledigt gewesen, der war noch nie in Panmunjom. Das letzte verbliebene Zeugnis des Kalten Krieges ist ein bizarrer Irrläufer der Geschichte. Selbst der unerschrockene Bill Clinton hat als US-Präsident vor Ort gestöhnt, das sei "der furchterregendste Ort auf Erden". Manches hier erinnert an das Filmduell "High Noon" – die Landschaft, die Feindschaft, die tiefgefrorene Atmosphäre. Nur liegt Panmunjom nicht im Wilden Westen, sondern im Fernen Osten.
Der 38. Breitengrad, die Demarkationslinie zwischen den verfeindeten Staaten Koreas, bildet seit 56 Jahren die politisch eisigste Grenze der Welt. Der Süden führt gern zum Beweis seiner Unschuld an, dass von seiner Seite aus jeder das Monstrum anschauen könne. Das ist nicht richtig. In Wahrheit stoppen reguläre Touristenbusse mehr als sechs Kilometer vor der Linie. Der Stacheldraht dort aber hält höchstens Besucher in Schach, den Feind bekommt hier keiner zu Gesicht.
Am Breitengrad selbst endete 1953 offiziell der koreanische Bruderkrieg, wurde das "Waffenstillstandsabkommen des Hasses" geschlossen. Um dorthin zu gelangen, muss man ausländischer Tourist oder Ehrengast sein. Einheimische müssen sich lange dafür anmelden, jeden Tag sind nur 500 Mauergäste zugelassen.
Wer das Gruseln einer waffenstarrenden Grenze mit mehr als einer Million Soldaten auf nördlicher Seite hautnah erleben darf, darüber befindet offiziell die internationale UN-Friedenstruppe von Panmunjom, die den Koreanern für den Ernstfall als Vermittler zur ...

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