Wunsch nach möglichst viel Normalität

ma,vfct

Von Dieter Maurer & Ursula Harder

Di, 14. September 2021

Hinterzarten

BZ-SERIE zum Start ins neue Schuljahr: Fünf Hochschwarzwälder Schulen starten hoffnungsvoll ins neue Schuljahr.

. (ma/vfct). Drei Leitgedanken prägen die Georg-Thoma-Schule in Hinterzarten: Miteinander – Füreinander, zukunftsorientiertes Lernen, bewegte Schule. "Das Miteinander kam in den vergangenen eineinhalb Jahren etwas zu kurz", bedauert Friederike Lanz, seit neun Jahren Rektorin und seit 16 Jahren als Lehrerin an der Schule tätig: "Soweit es Corona zulässt, wollen wir das soziale Miteinander wieder stärken." An der Ganztagsgrundschule in Wahlform unterrichten elf Lehrkräfte. Eltern können ihre Kinder für den Ganztagsbetrieb an drei Tagen pro Woche anmelden. Dienstag, mittwochs und donnerstags wird in der Schulmensa ein warmes Mittagessen angeboten. Neun Mädchen und acht Jungen werden eingeschult, dann zählt die Schule 69 Kinder. Rektorin Lanz will alles daran setzen, damit im neuen Schuljahr wieder durchgehend Präsenzunterricht angeboten werden kann.

Digitale Tafeln in den Klassenzimmern

"Vergleiche nie ein Kind mit einem anderen, sondern jedes nur mit sich selbst." Dieser Leitsatz von Johann Heinrich Pestalozzi gilt auch für das Schuljahr 2021/22 an der Carl-Ludwig-Magon-Schule in Breitnau. 15 Mädchen und Jungen werden eingeschult. Die 64 Schülerinnen und Schüler werden von fünf Lehrerinnen, zwei Religionslehrkräften und weiteren fachlich qualifizierten Personen unterrichtet. Vorbei sind die Zeiten von Schultafeln und Kreide, sagt Carina Bach: "Sie sind aus den Klassenzimmern raus und werden durch digitale Tafeln ersetzt." Das Kollegium ist bereits mit iPads ausgestattet. "Auch für die Schülerinnen und Schüler sind iPads vorhanden, allerdings keine 64", bedauert die Rektorin.

Die Schüler werden in der zweiten Schulwoche an der Schulsport-Stafette im Rahmen von Jugend trainiert für Olympia teilnehmen. Am 19. November ist ein Vorlesetag geplant. Carina Bach: "Alles Weitere muss erst noch ausgelotet werden." Ein Ziel bleibt: "Unsere Schule soll zu einem Lebensraum und Lernort werden, an dem engagiert, mit Ideenreichtum und gemeinschaftlich gearbeitet wird."

Gleich zwei Neuigkeiten kennzeichnen den Beginn des Unterrichtsjahrs an der Urban-Heim-Schule in St. Märgen. Zwölf Kinder werden in die erste Klasse und damit in die Schulgemeinschaft aufgenommen. Zudem steht mit Kerstin Löffler eine neue Rektorin an der Spitze des Kollegiums. Sie übernimmt die Nachfolge von Markus Rößler, der sich im Februar für eine andere Laufbahn entschieden hatte. Kerstin Löffler stammt aus St. Märgen, studierte an der Pädagogischen Hochschule Freiburg und durchlief ihr Referendariat in Löffingen. Anschließend war sie vier Jahre in der Schweiz und dann acht Jahre an der Sommerberg-Schule in Lenzkirch tätig. Sie freut sich "sehr über die Rückkehr an meine Grundschule in meiner Heimatgemeinde." Die Urban-Heim-Schule zählt 70 Mädchen und Jungen. Fünf Lehrkräfte unterrichten an der Ganztagsgrundschule in Wahlform. Am 20. September nimmt die Schule an der Aktionswoche "Jugend trainiert für Olympia" teil. "Auch unter den schwierigen Corona-Bedingungen sollen die Kinder viel Freude am Lernen entwickeln. Wir wollen sie dort abholen, wo sie gerade stehen und entsprechend fördern und fordern", erklärt Kerstin Löffler.

"Wir starten positiv ins neue Schuljahr und hoffen auf möglichst viel Normalität", sagt Maren Vent-Schmidt, Rektorin der Sommerberg-Schule in Lenzkirch und ergänzt: "Natürlich sind wir realistisch genug und wissen, dass sich die Situation jederzeit sehr schnell ändern kann; aber auch darauf sind wir gut vorbereitet". Die Lehrerversorgung sei leider nicht optimal, da noch eine Stelle vakant ist. "Das kann sich jedoch ganz schnell ändern", ist die Rektorin sicher. "Sportunterricht darf ohne Maske stattfinden, der Musikunterricht nur im Freien. Des Weiteren konnte die Schule in den letzten zwei Ferienwochen Lernbrücken anbieten. Im neuen Schuljahr greift die Bildungsoffensive des Landkreises, damit die Kinder mit Unterstützung ins neue Schuljahr starten können und keines auf der Strecke bleibt", freut sich die Schulleiterin und ergänzt, dass in drei Anfänger Schwimm-AGs einige Plätze angeboten werden können. Ob Luftfilter angeschafft werden, ist noch offen. "Hierzu stehen wir in gutem Kontakt mit der Gemeinde", sagt Vent-Schmidt. Für Veranstaltungen wurden die Hygienemaßnahmen erweitert. So finden zwei Einschulungsfeiern mit Theateraufführung nacheinander für die Erstklässler statt. Dieses Jahr werden 37 Kinder eingeschult. Schulleitung, Lehrer, Eltern und Kinder sind sich einig: Man wünscht sich so viel Normalität wie möglich.

20 neue Fünftklässler

"Wir können 20 neue Fünftklässler willkommen heißen", freut sich Daniela Priebe von der Franz-Josef-Faller-Schule in Lenzkirch. Die Gemeinschaftsschule in freier Trägerschaft hat derzeit 81 Schüler und Schülerinnen bis zur achten Klasse, jeweils einzügig. Mit zehn Lehrkräften, zwei pädagogischen Assistentinnen und einem Bufdi stehen ausreichend Lehrer zur Verfügung. Selbstverständlich wünscht man sich an der Schule so viel Präsenzunterricht wie möglich. "Dass Schüler eventuell wieder in Quarantäne geschickt werden müssen, ist und bleibt ein Schreckgespenst im Kopf", meint Priebe besorgt. "Luftfilter haben wir keine angeschafft, denn sie sind teuer und ersetzen das Lüften in keiner Weise. Stattdessen haben wir uns für CO2-Messgeräte entschieden. Am Freitag werden die neuen Schüler feierlich aufgenommen. Die Sechstklässler haben aus diesem Anlass für die Neulinge mit ihren Eltern und Geschwister verschiedene Musikvideos aufgenommen. Die neuen Schüler sind bereits seit heute in der Schule, um sich besser kennen zu lernen. Kunstprojekte, erlebnispädagogische Spiele und Aktionen sowie kleinere Ausflüge stehen auf dem Programm, um das soziale Miteinander zu fördern.

Für das neue Schuljahr liegt der Fokus auf der Schulentwicklung. "Das selbstorganisierte Lernen soll weiterentwickelt und auf andere Fächer ausgedehnt werden. Die achte Klasse wird erstmals ein Berufspraktikum absolvieren, um praktische Erfahrungen in verschiedenen Berufssparten zu sammeln", sagt Priebe.