Automobilbranche

Zahnradspezialist IMS Gear will 350 Stellen streichen

Jörg Buteweg

Von Jörg Buteweg

Mi, 20. Mai 2020 um 13:28 Uhr

Wirtschaft

Der Automobilzulieferer IMS Gear plant den Abbau von 350 Stellen. Als Grund nennt das Unternehmen Umsatzeinbrüche infolge der einbrechenden Nachfrage nach Autos im Gefolge der Corona-Krise.

Der in Donaueschingen ansässige Zahnrad- und Getriebespezialist IMS Gear will in Deutschland rund 25 Millionen Euro an Personalkosten sparen. Das entspreche rund 350 Stellen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. IMS Gear beschäftigt an seinen vier Standorten Eisenbach, Donaueschingen, Villingen-Schwenningen und Trossingen etwa 2000 Mitarbeiter. Alle vier Produktionsstätten seien vom Personalabbau betroffen, sagte Firmensprecher Thomas Schröter auf Anfrage. Er sagte aber auch: "An den Standorten wird grundsätzlich nicht gerüttelt."

Umsatzrückgang von rund 80 Millionen Euro im Jahr 2019

In der Mitteilung wird der Einschnitt mit den Umsatzeinbrüchen der vergangenen Monate begründet. "Die Corona-Pandemie trifft IMS Gear ins Mark", heißt es da. Den Umsatzrückgang von rund 80 Millionen Euro im Jahr 2019 wegen der weltweit schwachen Autokonjunktur habe man noch mit einem Kostensenkungsprogramm verkraften können, wird IMS-Gear-Vorstand Bernd Schilling zitiert. Infolge der Corona-Krise seien aber die Umsätze im ersten Quartal, noch schärfer aber im April, eingebrochen. Derzeit gelte Kurzarbeit. Sie werde auch weitergeführt, so Schilling.

IMS Gear rechnet aber – im Unterschied zur Finanzkrise 2008 – nicht mit einer schnellen Erholung. Der Umsatz werde im Rest des Jahres 2020 weit unter den ursprünglichen Plänen liegen. Man rechne mit einem Umsatzeinbruch von rund 90 Millionen auf höchstens 430 Millionen Euro. Es werde einen hohen Jahresverlust geben, so Geschäftsführer Dieter Lebzelter.

Auf diese Aussichten reagiere man mit Kostensenkungen um mindestens 35 Millionen Euro. Davon entfallen die erwähnten 25 Millionen Euro auf Deutschland. Weltweit beschäftigt IMS Gear derzeit 3300 Mitarbeiter. Neben Deutschland wird in China, Mexiko und den USA produziert.

IMS-Gear-Betriebsratschef Wolfgang Harter verhehlt nicht, dass die wirtschaftliche Lage für IMS Gear sehr schwierig ist. Er strebt laut der Mitteilung bei den anstehenden Sozialplanverhandlungen an, den Stellenabbau auf ein Minimum zu begrenzen.