Essay

Zehn Jahre nach dem Tod von Ralf Dahrendorf bleiben seine Analysen aktuell

Thomas Hauser

Von Thomas Hauser

So, 16. Juni 2019 um 16:52 Uhr

Deutschland

BZ-Plus Der Soziologe Ralf Dahrendorf sprach einst von einem eklatanten Versagen der Eliten im Westen. Seine Analysen bleiben aktuell – und viele waren hellseherisch.

Es steht nicht gut um die offene Gesellschaft. Der Autoritarismus, den Ralf Dahrendorf zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf vielen kleineren und größeren Wegen hereinschleichen sah, hat besorgniserregende Gestalt angenommen. Der niederländische Schriftsteller Ian Buruma hat dieses Gesellschaftsmodell als "autoritäre Technokratie" beschrieben, deren Ursprung in Asien zu finden ist. Es will die Wohlstandsversprechen des Marktes mit einer autoritären Perfektionierung des Plans verbinden.
Es verheißt "Wohlstand ohne Politik", also Wirtschaftswachstum ohne die aktive Bürgergesellschaft, und eine "angeblich wohlwollende Herrschaft von Eliten, die für sich moralische und politische Autorität in Anspruch nehmen und ihre Untertanen in Ruhe lassen, solange diese nicht Meinungsfreiheit oder politische Teilhabe verlangen".
Die Eliten im Westen versagen
Dass dieses Modell Strahlkraft entwickeln konnte, liegt weniger am rücksichtslosen Geschick der Machthaber in China oder Singapur, als an einem eklatanten Versagen der Eliten im Westen, nicht nur der politischen Eliten. Die anfangs dynamisch wirkende Kraft staatlicher Deregulierung wirtschaftlicher Prozesse (insbesondere der Kapitalmärkte) hat infolge von Übertreibungen und einer fortschreitenden Globalisierung den Primat der Politik in den demokratischen Staaten ...

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