Zum Tod von Gunter Bauer

Zell hat seinen Salzburger Gönner verloren

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 13. Januar 2021 um 18:06 Uhr

Zell im Wiesental

Der Mozartforscher Günther Bauer aus Salzburg ist gestorben. Er hatte großen Anteil daran, dass sich Zell heute – augenzwinkernd – Mozartstadt nennt.

Wenn sich Zell heute – ein wenig augenzwinkernd – als Mozartstadt bezeichnet, dann hat Günther Bauer daran ganz besonderen Anteil. Als begeisterter Mozartkenner und ehemaliger Rektor des Mozarteums in Salzburg, vermittelte er den Zellern den Stolz auf ihre Constanze, auf die Frau Wolfgang Amadeus Mozarts. Im Alter von 92 Jahren ist Hofrat Prof. Dr. Günther Bauer im Dezember in Salzburg gestorben.

Der pensionierte Rektor der Salzburger Universität war in seinem bewegten Leben in vielen Disziplinen daheim – als Schauspieler und Mitglied des Wiener Burgtheaters, als Regisseur, Schriftsteller, Mozart- und Spieleforscher. In Zell wird er vor allem als Gründer der Constanze-Mozart-Bibliothek und als begnadeter Erzähler in Erinnerung bleiben, der mit seinen gestenreichen, humorvollen und pointierten Ausführungen über W. A. Mozart das Zeller Publikum faszinierte.

Langjährige Verbindung

"Prof. Bauer hat uns Mozarts Lebenswelt spielerisch nahegebracht", erinnert sich die Zeller Autorin Heidi Knoblich. Durch sie und ihre Arbeit am Thema "Constanze Mozart geb. Weber" war die langjährige Verbindung zustande gekommen. "Er hat mich auch in meinem Ziel unterstützt, Zell als Frau Mozarts Geburtsort an die Europäischen Mozartwege anzubinden.

Diese Anbindung war ein außergewöhnlicher Akt, da laut Bestimmungen nur Städte und Orte Mitglieder sein können, an denen Mozart konzertierte."

Insgesamt vier Mal besuchte Günther Bauer Constanze Mozarts Geburtsort Zell zu Vorträgen in der Veranstaltungsreihe "Webers Reigen", die jeweils durch die Zusammenarbeit von Heidi Knoblich, der Stadt Zell und dem Zeller Bergland Tourismus e. V. stattfinden konnte.

Unvergessliche Festrede

Unvergesslich bleibt seine Festrede zu Constanze Mozarts 250. Geburtstag am 5. Januar 2012, in der er die gebürtige Zellerin als "eine unglaublich tüchtige Frau" charakterisierte, "die Mozarts Werk in die Welt hinausgebracht hat." Anlässlich dieser Feier gründete er mit einem symbolischen Stapel Mozart-Bücher und einer finanziellen Zuwendung für Erweiterungen die Constanze-Mozart-Bibliothek, die mittlerweile rund 350 Mozart-Bücher umfasst.

Die Stadt Zell, der Zeller Bergland Tourismus und Heidi Knoblich trauern um einen der Stadt freundschaftlich verbundenen Gönner.