In Milchtüten und Konservendosen

Zoll beschlagnahmt in Weil am Rhein 11 Kilo Kokain und Heroin

hirt, bz

Von Jonas Hirt & BZ-Redaktion

Mi, 05. August 2020 um 10:13 Uhr

Weil am Rhein

Bei einer Kontrolle einer Frau am Weiler Autobahnzoll stoßen Beamte auf eine verdächtige Menge Milchtüten und Konservendosen. Ihr Verdacht bestätigt sich. Sie finden eine große Mengen Drogen.

Den Schmuggel einer Großmenge Kokain und Heroin vereitelten Beamte des Hauptzollamts Lörrach am Montag, 27. Juli, dies teilte das Zollfahndungsamt Stuttgart am Mittwochmorgen mit. Circa 11 Kilogramm Drogen wollte eine 61-jährige Frau versteckt in Konservendosen und Milchtüten schmuggeln.

Es ist ein weiterer Schlag gegen Drogenschmuggler: Am Samstag, 22. Juni, nahm die Polizei am Freiburger Hauptbahnhof drei Männer fest. Das Ergebnis: Fünf Kilogramm Kokain – noch nie zuvor hatte die Polizei in Freiburg eine solch große Menge auf einen Schlag sicherstellen können. Am 8. Juni entdeckte der Zoll zwei Kilogramm Kokain bei einer Kontrolle in Friedlingen.

Nun hat der Zoll eine noch größere Menge Drogen konfisziert. Beamten kontrollierten am Weiler Autobahn-Zoll eine 61-Jährige. Sie war mit ihrem Auto in Richtung Schweiz unterwegs.

Röntgenbilder zeigen Fremdkörper

Im Kofferraum standen etliche Konservendosen und Milchpackungen. Dies kam den Beamten verdächtig vor: "Deren Spürsinn hatte sie nicht getäuscht", heißt es in der Mitteilung weiter. Die Beamten röntgen die Milchtüten und die Konserven . Die Bilder zeigten Fremdkörper, woraufhin die Beamten einige Dosen und Milchpackungen öffneten. Sie stießen auf etliche "Bodypacks", mit Rauschgift gefüllte Fingerlinge, die teilweise Kokain und teilweise Heroin enthielten. Die Gesamtmenge beläuft sich auf circa elf Kilogramm brutto.

"Wir gehen von einer hohen sechsstelligen Summe aus." Zoll-Pressesprecherin Silke Jakobi

Die Ermittlungen laufen. Deshalb sei auch noch nicht klar, wie hoch der Straßenverkaufswert sei, sagt Zoll-Pressesprecherin Silke Jakobi auf Nachfrage der BZ. Die Drogen müssten noch genauer analysiert werden, um den Reinheitsgrad herauszufinden. Ein Kilogram Kokain koste im Großhandel bis zu 50.000 Euro. "Wir gehen von einer hohen sechsstelligen Summe aus", sagt Jakobi. Nach ersten Erkenntnissen habe die Frau wesentlich mehr Kokain als Herion dabei gehabt. Die genauen Mengen stehen noch nicht fest. Laut Jakobi gehen die Ermittler davon aus, dass die Drogen für den italienischen Markt bestimmt waren.

Das Amtsgericht Lörrach erließ Haftbefehl gegen die Tatverdächtige; sie befindet sich in Untersuchungshaft. Die weiteren Ermittlungen führt das Zollfahndungsamt Stuttgart (Dienstsitz Freiburg) im Auftrag der Staatsanwaltschaft Lörrach.

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