Drogen

Zoll beschlagnahmt zwei Kilo Kokain in Weil am Rhein

Jonas Hirt

Von Jonas Hirt

Di, 30. Juni 2020 um 10:34 Uhr

Weil am Rhein

Bei einer Kontrolle in Weil am Rhein-Friedlingen stoßen Beamte des Zolls auf zwei Kilogramm Kokain. Der mutmaßliche Kurier wollte wohl in die Schweiz.

Ermittlern ist in Südbaden ein weiterer Schlag gegen Drogenschmuggler gelungen. Das Hauptzollamt Lörrach meldete am Dienstagmorgen, dass eine Kontrollstreife des Zolls in Weil am Rhein-Friedlingen zwei Kilogramm Kokain sichergestellt habe. Die Kontrolle fand am 8. Juni statt. Am Samstag, 22. Juni, nahm die Polizei am Freiburger Hauptbahnhof drei Männer fest.

Das Ergebnis: Fünf Kilogramm Kokain – noch nie zuvor hatte die Polizei in Freiburg eine solch große Menge auf einen Schlag sicherstellen können. Zum Fund in Weil am Rhein sagt Zollsprecherin Antje Bendel auf Nachfrage: "Das ist beachtlich." Aus dem Stegreif könne sie sich nicht an so einen großen Fund erinnern.

Kokain war wohl nicht für Deutschland bestimmt

Anders als in Freiburg war das Kokain wohl nicht für den regionalen deutschen Markt bestimmt. In Freiburg hatten Ermittler schon seit Anfang des Jahres an dem Fall gearbeitet. Zwei Männer aus dem Raum Emmendingen wurden festgenommen. "Zwei absolute Profis, die in der Hierarchie weit oben standen", sagte Thomas Schönefeld, stellvertretender Leiter der Kriminalinspektion vergangenen Donnerstag. Sie waren die Empfänger der Ware, der Drogenkurier wurde ebenfalls festgenommen.

Ein weiterer Unterschied zum Fall in Freiburg: In Weil handelte es sich um eine Kontrolle von Zollbeamten. Den Beamten fiel in den frühen Morgenstunden des 8. Juni ein Auto auf, das der Pressemitteilung zufolge in Richtung Schweiz fuhr. Es hatte ein belgisches Kennzeichen. Der Fahrer war ein 25-jähriger Mann. Die Beamten stoppten das Auto und fragten den Fahrer, wo er hinwolle. Eigentlich wolle er nach Frankreich, seine Navigations-App habe ihn fälschlich Richtung Schweiz geleitet, sagte der Mann. Die Beamten stellten fest, dass der Mann zur Festnahme ausgeschrieben war.

Die Beamten brachten den Mann und sein Auto zum Autobahn-Zollamt, dort wurde das Fahrzeug kontrolliert. "Der eingesetzte Rauschgiftspürhund wurde dann auch schnell fündig", heißt es in der Mitteilung. In einem bauartbedingten Hohlraum im Fahrzeuginneren lagen zwei in transparente Folie eingewickelte Päckchen. Das enthaltene weiße Pulver, insgesamt etwas mehr als zwei Kilogramm, reagierte positiv auf Kokain. 80 bis 100 Euro kostet ein Gramm Kokain in der Partyszene. Die sichergestellte Lieferung hat also einen Straßenverkaufswert von mindestens 160 000 Euro.

Strafverfahren eingeleitet

Wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und die Abgabenordnung wurde gegen den Mann vor Ort ein Strafverfahren eingeleitet. Für die weiteren Ermittlungen ist das Zollfahndungsamt Stuttgart zuständig. Aufgrund der laufenden Ermittlungen, so begründet es Pressesprecher Daniel Schnitzler auf Anfrage, werden keine genaueren Erkenntnisse bekanntgegeben.

Etwa dazu, weswegen der Verdächtige zur Festnahme ausgeschrieben war. Auch will sich der Zoll noch nicht zu seiner Rolle äußern. Schnitzler erläutert aber, warum der Fall erst jetzt publiziert wurde. Auch dies hänge mit den Ermittlungen zusammen. Die Veröffentlichung erfolgte "in einer solchen Weise, dass die weiteren Ermittlungen nicht gefährdet sind".