Zu Gottenheims Zukunft sind jetzt die Bürger gefragt

Mario Schöneberg

Von Mario Schöneberg

Di, 06. Oktober 2020

Gottenheim

Der Beteiligungsprozess für das Gemeindeentwicklungskonzept ist gestartet / Umfrage richtet sich an alle Einwohner von 16 Jahren an.

. Mit dem Freischalten des Online-Fragebogens startet das Gottenheimer Gemeindeentwicklungskonzept (GEK). Ziel ist es, Leitlinien für die künftige Dorfentwicklung zu erarbeiten, so Bürgermeister Christian Riesterer.

"Wir sind eine prosperierende Gemeinde, die sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt hat", sagt Riesterer. "Es wurden viele Projekte angestoßen, dennoch bin ich froh, dass sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen hat, die Zukunft mit einem Konzept anzugehen und dabei ganzheitlich vorzugehen." Gemeinsam mit den Einwohnern die Weichen zu stellen, sei wichtig für die Gemeindeverwaltung und den Gemeinderat, aber es solle keine Strategie von oben nach unten geben, betont Riesterer. Vielmehr müsse eine breite Basis das Ziel für das GEK sein.

"Es gibt in Gottenheim viele spannende Themenfelder, zum Beispiel die soziale Infrastruktur oder der Klimaschutz. Da ist es aufregend zu sehen, in welche Richtung die Entwicklung gehen soll", erklärt Gottenheims Bürgermeister. Für ihn sei klar, dass es beim GEK nicht nur um eine Vorstufe für künftige Fördermittel gehe. Vielmehr wolle der Gemeinderat wissen, wie die Gottenheimer in den kommenden Jahren leben und wohin sie ihre Gemeinde entwickeln möchten. "Das ist aber auch kein Wunschkonzert, es geht um Entwicklungen. Wir wollen keine Erwartungen generieren, wie etwa einen Schwimmbadbau."

Die aktuelle Umfrage sei so entwickelt worden, dass sie die Bürgerbeteiligung und die intensiven Diskussionen, die es zum Thema neue soziale Ortsmitte schon gegeben habe, mit berücksichtigt. Dies erklärt Matthias Weber von der mit dem GEK beauftragten Freiburger Firma Kommunalkonzept. Hinzu sei noch die Stärken-Schwächen-Analyse gekommen, mit der sich der Gemeinderat im Juli in einem Workshop befasst hat. Was im Ergebnis der Auswertungen der bisherigen Bürgerbeteiligung noch fehle, sei der Blick von oben auf die Gemeinde, die Sicht auf das Ganze. Da stellten sich so grundsätzliche Fragen wie: Braucht Gottenheim weiteren Wohnraum und Baugebiete, wie sieht es mit der Innenentwicklung aus und braucht es eine weitere Gewerbeentwicklung? Coronabedingt funktioniere diese Beteiligung derzeit nicht in Form einer Zukunftswerkstatt und von Arbeitsgruppen, daher sollen die Diskussionen so weit wie möglich im Internet erfolgen.

Wichtig für den Prozess sei ein transparentes Vorgehen, betont Jutta Breitschwerd vom Institut für kommunikatives Handeln, die am Erstellen der Umfrage, für die rund 15 Minuten eingeplant werden müssen und die sich an alle Einwohner ab 16 Jahren richtet, beteiligt war. Alle Protokolle und Ergebnisse würden auf der Homepage veröffentlicht. Auch Menschen ohne Internetzugang könnten mitmachen, für sie seien die Umfragen ausgedruckt und an mehreren Stellen im Dorf ausgelegt worden. Bis zum 31. Oktober können die Fragebögen abgegeben werden. Die Umfrage ist in verschiedene Themen eingeteilt, man wolle möglichst viele Aspekte der Lebenswirklichkeit der Menschen abbilden, so Breitschwerd. Fünf Handlungsfelder sehe die Umfrage vor, die Teilnehmer könnten aus verschiedenen Perspektiven einen Blick auf ihre Gemeinde werfen und Widersprüche sowie Zielkonflikte aufdecken. Bei qualitativen Fragen könnten die Teilnehmer bestimmte Aspekte mit Schulnoten bewerten, an anderer Stelle gehe es um eine Priorisierung, welche Probleme die Gemeine zuerst angehen müsse. Man erhoffe sich auch neue Impulse und Ideen. In einem weiteren Schritt, der sich an die Umfrage anschließe, gebe es auf der Homepage Raum für Diskussionen, erläutert die Wissenschaftlerin.

Den Fragebogen gibt’s unter http://www.zukunft-gottenheim.de