Fridays for Future

Veranstalter müssen Demo-Strecke kürzen -wegen zu vieler Klima-Demonstranten

Gina Kutkat, Theresa Steudel

Von Gina Kutkat & Theresa Steudel

Fr, 20. September 2019 um 16:00 Uhr

Freiburg

Sie kamen aus Freiburg, Müllheim, Breisach, Waldkirch und Offenburg: Laut Polizei haben mehr als 20.000 Menschen am Klimastreik in Freiburg teilgenommen. Die Aktivisten sind sehr zufrieden.

Update: Aktualisiert am 20. September um 16 Uhr

"Unsere Zähler haben 30.000 Menschen gezählt", sagt Helen Frey von der Freiburger Fridays-For-Future-Gruppe – die Polizei geht von mehr als 20.000 Demonstranten aus. In jedem Fall sei man bei Fridays For Future "super zufrieden". Mit diesen Menschenmassen habe man nicht gerechnet. Weitere Streiks könnten folgen, sobald der nächste globale Streiktag festgelegt ist, sagt Helen Frey. Ob gestreikt wird, hänge auch davon ab, was die Verhandlungen in Berlin zum Klimaschutz ergeben werden. In Freiburg geht es zunächst weiter mit Veranstaltungen zum Klimaschutz während der Klimawoche, die das Freiburger Klimaaktionsbündnis zusammen mit den Fridays For Future organisiert hat.

Um 10.40 Uhr startete der Umzug am Platz der Alten Synagoge – erst zwei Stunden später war das Ende des Streikzugs in Sicht. Polizei und Veranstalter verkürzten die Strecke während der Demo und ließen Rathausgasse und Kaiser-Joseph-Straße aus. "Es sind einfach zu viele Menschen", sagt Polizeisprecher Walter Roth. Anstatt durch Rathausgasse und über die KaJo wurde der Zug über den Fahnenbergplatz und zurück auf den Platz geführt. Auch ein geplanter "Die-In" auf dem Schwabentorring fand nach Absprache nicht statt.

Um 13.10 Uhr kehrte die Spitze des Aufzugs wieder auf den Platz zurück. Dort fand eine Abschlusskundgebung statt. Gegen 13.50 Uhr fuhren die Straßenbahnen wieder durch die Freiburger Innenstadt. Um 14.30 Uhr beendete die Polizei den Einsatz. Aus ihrer Sicht kam es zu keinen nennenswerten Störungen. Während des gesamten Einsatzverlaufs habe ein sehr enger und kooperativer Austausch zwischen Polizei und Veranstaltern geherrscht.

Die Innenstadt blieb sauber

Kritik gab es von einigen Nutzern im Internet – über den "Müll, den die Demo wohl hinterlässt". Tatsächlich waren aber sowohl der Rotteckring kurz nach der Demo als auch der Platz der alten Synagoge nicht verdreckt. Der Geschäftsführer der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg, Michael Broglin, zeigte sich nach einem kurzen Rundgang durch die Stadt sogar begeistert von der Sauberkeit: "Solche Demos hätt’ ich gern öfter in Freiburg."

Die Organisatoren hatten sich zum Ziel gesetzt, die größte Demonstration Freiburgs seit der Nachkriegsgeschichte der Stadt zu werden. Das klappte auch – den Rekord hielt bislang die Anti-Pegida-Demonstration im Jahr 2015 mit 20.000 Menschen.



Vor Beginn der Demo

Der Platz der Alten Synagoge war am Freitagmorgen brechend voll: "Wir gehen von mindestens 15.000 Menschen aus", sagte Polizeisprecher Walter Roth zu einer ersten Schätzung der Polizei. "Aber es gibt noch Zulauf und es werden mit Sicherheit noch mehr." Bei den Fahrradkorsos aus den Stadtteilen und den Umlandgemeinden hatte die Polizei am Morgen 2000 Demonstranten gezählt - die sich jetzt ebenfalls auf dem Platz befinden.

An verschiedenen Orten und Stadtteilen in Freiburg hatten sich vor der Demo Schülerinnen und Schüler, Eltern, Großeltern und weitere Unterstützer versammelt, um gemeinsam auf den Platz der Alten Synagoge zu ziehen. So gab es Treffpunkte in Herdern, im Vauban, im Stühlinger und in Mooswald. Die Demonstranten zogen zu Fuß oder auf dem Fahrrad los. Teilweise wurden Fahrrad-Korsos durch die Polizei bis in die Freiburger Innenstadt begleitet.



Bisher sei alles friedlich verlaufen, so Roth am Morgen. "Die Stimmung ist angenehm und alles geht geordnet zu." Lediglich die Straßenbahnen kommen nicht mehr durch. "Es ist einfach zu voll in der Innenstadt."

Die bisherigen Fridays-For-Future-Demos

Beim größten Fridays-for-Future-Streik in Freiburg im Mai kamen rund 10.000 Menschen. Im Juli waren es rund 7500. Das Ziel der Aktivisten am heutigen Freitag: Mehr als 20.000 Menschen auf die Straße zu bringen, um Aufmerksamkeit auf die Dringlichkeit der Klimakrise zu lenken.

Unterstützt werden die jungen Demonstranten von zahlreichen Unternehmen und Organisationen aus Freiburg und der Region, wie zum Beispiel den Parents for Future, den Teachers for Future oder den Scientists for Future.

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