Zurück in die Zukunft

Ottmar Heiler

Von Ottmar Heiler

Mi, 10. November 2021

Leichtathletik

Hochschwarzwälder Leichtathleten feiern nach langer Zwangspause viele Erfolge und blicken mit Sorgen auf die vierte Corona-Welle.

Die Athleten aus dem Leichtathletikkreis Neustadt schafften in diesem Sommer nach den enormen Einschränkungen durch die Pandemie einen erfolgreichen Re-Start. Nach den Monaten, in denen das organisierte Training ausfallen musste, lief im Frühjahr nach der Öffnung der Sportstätten der Sportbetrieb in Etappen an. Da noch keine Wettkämpfe nach dem bewährten Schema ablaufen konnten, suchten viele Vereine im Verbandsgebiet andere Formen des Leistungsvergleichs.

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Bei den sogenannten "Challenges", die die Verantwortlichen als "Herausforderungen" auf Landesebene ausgeschrieben hatten, beteiligten sich Trainingsgruppen aus den Hochschwarzwälder Vereinen mit großem Erfolg. Der Nachwuchs des TB Löffingen stellte in verschiedenen Klassen sowohl in der Einzel- als auch in der Mannschaftswertung die Sieger und konnte auch bei den Herausforderungen der VR-Talentiade Spitzenplätze belegen. Während andere Leichtathletikkreise ab Juni nur wenige, manche sogar gar keine offiziellen Wettkämpfe ausrichteten, organisierten die Kreisvereine TV Neustadt, TV Lenzkirch und der TB Löffingen insgesamt acht Wettkämpfe sowie zwei Veranstaltungen im Bereich der Kinderleichtathletik. Trotz des erheblichen Mehraufwands durch die vorgegebenen Hygienekonzepte klappte die Organisation bestens. Auch mit den Erfolgen auf Verbandsebene können die Vereine aus dem Kreis zufrieden sein.

Natascha Wolf und Yannik Winterhalder vom TB Löffingen/LG Baar, Luise Mattisek und Kian Scherer vom TV Lenzkirch sowie Simon Schreiber vom TV Lenzkirch sind die Sportler des Jahres und sollen bei nächster Gelegenheit gebührend geehrt werden. Für ihre Erfolge bei Landesmeisterschaften werden Anna-Lena Gamp und Lea Straub vom TV Lenzkirch sowie Maik Arendt und Ottmar Heiler vom TB Löffingen ausgezeichnet.

Matthias Wehrle, der für die elektronische Zeitmessung und die Auswertung der Wettkämpfe zuständig ist, konnte von zwei neuen Kreisrekorden berichten. In der U-18 stieß Yannik Winterhalder die Kugel auf 15,31 Meter. Natascha Wolf verbesserte den Rekord im Hammerwerfen der Frauen auf 41,90 Meter. Aufgrund der Corona-Situation wurden viele Fortbildungen nur online angeboten. Erhebliche Probleme haben derzeit die Leichtathletik-Verantwortlichen im Schwarzwald-Baar-Kreis. Die Zahl der Wettkämpfer war bereits vor der Pandemie deutlich gesunken. Einige Vereine zogen sich ganz oder teilweise aus dem Wettkampfgeschehen zurück.

Erhebliche Probleme im Schwarzwald-Baar-Kreis

Bedingt durch deutlich höhere Inzidenzzahlen als im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald wurden so gut wie keine Sportfeste ausgetragen. Die Logistik bei Veranstaltungen wurde in den vergangenen Jahren durch die beiden Villinger Peter und Jutta Aufderheide bewältigt, die sich, wie schon länger angekündigt, von diesen zeitaufwendigen Tätigkeiten zurückgezogen haben. An das neu vorgeschriebene Wettkampfprogramm Seltec hat sich im Schwarzwald-Baar-Kreis noch niemand herangetraut. Die Zeitmessanlage, die seit den achtziger Jahren gute Dienste geleistet hat, muss durch neue, moderne Technik ersetzt werden. Für die Bedienung fehlen aber bisher noch geeignete Personen. In einem Gespräch, an dem die beiden Leiterinnen Brita Krebs und Regina Keßler aus dem Nachbarkreis und die Kreisvorsitzenden Carolin Waldvogel und die für den Leistungssport verantwortlichen Matthias Wehrle und Ottmar Heiler teilnahmen, wurde eine umfassende Kooperation vereinbart. Die Talentförderung und auch Nachwuchswettkämpfe hatten die beiden Leichtathletikkreise mit Erfolg gemeinsam über die Bühne gebracht. Die Kontakte sollen in nächster Zukunft intensiviert werden, allerdings ohne die von verschiedenen Seiten angedachte Fusion in Angriff zu nehmen.

Die Pandemie macht weiter Sorgen. Nach heutigem Stand der Corona-Einschränkungen und angesichts der vierten Welle sind Hallenveranstaltungen auf Kreis- und Bezirksebene, wie zum Beispiel die beliebten Löffinger Hallensportfeste, in den kommenden Wochen und Monaten unwahrscheinlich. Große Sorgen macht der Zustand des Neustädter Stadions. Die Laufbahnen und die Segmente sind durch Risse und Senkungen stark beschädigt. Aus Angst vor Verletzungen müssen Wettbewerbe gestrichen oder stark verändert werden.