Zverev kommt souverän weiter, aber Koepfer fliegt raus

dpa

Von dpa

Mi, 02. September 2020

Tennis

Bei den US Open im Tennis sorgt indes das Corona-bedingte Aus des Franzosen Benoit Paire für das größte Aufsehen.

(dpa/BZ). Am Eröffnungstag der US Open haben vier deutsche Tennisprofis die zweite Runde erreicht. Beim ersten Grand-Slam-Turnier nach der Corona-Zwangspause gewannen am Montag (Ortszeit) Jan-Lennard Struff, Alexander Zverev, Anna-Lena Friedsam (6:2, 6:2 gegen die US-Amerikanerin Caroline Dolehide) und – wie bereits berichtet – Angelique Kerber (6:4, 6:4 gegen die Australierin Ajla Tomljanovic) ihre Auftaktmatches. Ausgeschieden sind dagegen Tamara Korpatsch (7:6, 3:6, 2:6 gegen Catherine Bellis aus den USA), Tatjana Maria 3:6, 2:6 gegen Alison Riske aus den USA), Peter Gojowczyk (3:6, 4:6, 4:6 gegen den Polen Hubert Hurkacz) und der aus Furtwangen stammende Vorjahres-Achtelfinalist Dominik Koepfer (7:6, 3:6, 2:6, 4:6 gegen Tylor Harry Fritz aus den USA).

Für erheblichen Wirbel sorgte der positive Corona-Test des Franzosen Benoit Paire, der aus dem Turnier ausgeschlossen wurde.

Nachdem er in der vergangenen Woche bei der von Cincinnati nach New York verlegten Masters-Veranstaltung erstmals bei einem der Turniere unterhalb der Grand Slams das Viertelfinale erreicht hatte und dort erst am späteren Sieger Novak Djokovic gescheitert war, kam Struff nun an gleicher Stelle zu einem souveränen Sieg. Der 30 Jahre alte Warsteiner gewann gegen den Spanier Pedro Martinez 6:0, 7:5, 6:4. "Es ist ein bisschen merkwürdig, die Anlage ist tot, leer", sagte der Weltranglisten-29. über die Atmosphäre im Flushing Meadows Corona Park, in dem keine Zuschauer zugelassen sind. Auf dem Platz jedoch habe es sich "gar nicht so anders angefühlt, weil alle immer gewinnen wollen und sich pushen", sagte Struff, der am Mittwoch auf den US-Amerikaner Michael Mmoh trifft.

Zverev hatte sich zuvor gegen Kevin Anderson aus Südafrika mit 7:6 (7:2), 5:7, 6:3, 7:5 durchgesetzt und seinen ersten Sieg nach der Corona-Pause erreicht. "Ich war überrascht über Zverevs mentale Stärke", lobte Boris Becker, der deutsche Männertennis-Chef, der bei den US Open als Experte bei Eurosport arbeitet.

Von den Turnierfavoriten erreichten der Weltranglisten-Erste Djokovic und der an Nummer vier gesetzte Grieche Stefanos Tsitsipas ohne Satzverlust die nächste Runde. Djokovic schlug Damir Dzumhur aus Bosnien-Herzegowina in knapp zwei Stunden mit 6:1, 6:4, 6:1. Der 33 Jahre alte Serbe kam damit zu seinem 24. Sieg nacheinander und ist in diesem Jahr noch ohne Niederlage. Er trifft nun am Mittwoch auf den Briten Kyle Edmund. Tsitsipas ließ Albert Ramos aus Spanien beim 6:2, 6:1, 6:1 keine Chance.

Gar nicht erst antreten durfte Benoit Paire, der vor Turnierbeginn positiv auf Covid-19 getestet wurde. "Mir geht es gut im Moment und ich habe keine Symptome", schrieb der 31-Jährige in den sozialen Netzwerken. Der Weltranglisten-23. äußerte jedoch Kritik an den Organisatoren. "Ich zögere noch, ob ich erzählen soll, was wirklich in dieser ’Fake Bubble’ passiert", schrieb Paire bei Instagram. Dessen Landsmann Adrian Mannarino sagte nach seinem Erstrundensieg, dass das System mehr einem überwachten Sicherheitstrakt als einer Blase gleiche.

Mehrere Profis, die mit Paire engeren Kontakt hatten, müssen sich in eine Art Isolation in der Isolation begeben, dürfen aber weiterhin am Turnier teilnehmen. "Der Fall ist ein Warnschuss für uns alle, dass man sich nie zu hundert Prozent sicher sein kann", so Kerbers Ex-Coach Dieter Kindlmann zur Süddeutschen Zeitung.

Weitere Erstrundenresultate, Frauen: Pliskova (Tschechien/Nummer 1 der Setzliste) – Kalinina (Ukraine) 6:4, 6:0; Osaka (Japan/4) – Doi (Japan) 6:2, 5:7, 6:2; Kvitova (Tschechien/6) – Begu (Rumänien) 6:3, 6:2; Mertens (Belgien/16) - Siegemund (Metzingen) 6:2, 6:2.