Bezirksliga

Zwangspause stellt Fußballclubs vor spezielle Herausforderungen

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

Mo, 13. April 2020 um 18:45 Uhr

Bezirksliga Hochrhein

Eine Sportart nach der anderen erklärt aufgrund der Corona-Pandemie den Saisonabbruch. Im Fußball ist die Runde bisher nur ausgesetzt. Dieser Schwebezustand birgt Schwierigkeiten, wie ein Blick auf den TuS Efringen-Kirchen zeigt.

Vier Wochen dauert die Zwangspause nun, für Dennis Weiß "ist es fast mit der Winterpause vergleichbar". Doch sieht der Efringer Bezirksligacoach einen gravierenden Unterschied zur normalen Sommer- und Wintervorbereitung: "Wir arbeiten ohne Ziel." Üblicherweise basiert jede Vorbereitung auf Trainingsphasen mit verschiedenen Schwerpunkten und mittel- und langfristigen Zielen, eingebettet in Testspiele, ausgerichtet auf ein Auftaktspiel, eine Halbserie. Nun aber "können wir erst ins Detail gehen, wenn wir den Tag X kennen, wann es wieder losgeht", erklärt Weiß.

Doch wann oder gar ob der Ball in dieser Saison wieder rollt, weiß niemand. Momentan ist die Runde der kickenden Gilde für unbestimmte Zeit ausgesetzt. So bleibt Weiß und seinen Trainerkollegen nur, die Fitness der Spieler auf einem Grundlevel zu halten. Zupass kommt dem TuS, dass Mittelfeldakteur Stefan Hilpuesch seine Expertise als hauptberuflicher Fitnesstrainer einbringen kann.

Auch die taktische Arbeit ist eingefroren

Normalerweise würde in Efringen-Kirchen derzeit Hochbetrieb herrschen. Bei den Männern stellt der TuS drei Mannschaften, die Frauen kicken in der Landesliga, die Jugendabteilung ist, teils in Spielgemeinschaft mit dem FC Huttingen, von der A- bis zur F-Jugend vertreten. Durch die Corona-Krise ist der Betrieb der 13 TuS-Teams, der Alten Herren und der Mini-Kicker stillgelegt. Die Sportanlage ist gesperrt, Übungseinheiten in der Gruppe sind untersagt. Und das Individualtraining gestaltet sich unterschiedlich. Ein Spieler beispielsweise befand sich zeitweise in Quarantäne, folglich konnte er keine Laufeinheiten absolvieren. "Andere arbeiten im Einzelhandel und sind derzeit noch mehr gefordert", sagt Weiß.

Auch die taktische Arbeit ist eingefroren. Für die Rückrunde "wollten wir unser Spiel gegen den Ball verändern", gibt der TuS-Coach Einblick in die Arbeit der Winterpause. Doch nach zwei vom Winde verwehten Testspielen sowie der Auftaktpartie auf dem relativ kleinen Kunstrasenplatz beim FC Wittlingen (0:3) "haben wir keinen Anhaltspunkt", sagt Weiß über den Entwicklungsstand.

"Die Ausgangslage ist für alle gleich." TuS-Sportchef Maik Hess
14 Tage Vorlaufzeit hat der Südbadische Fußballverband angekündigt, sollte die Saison wieder aufgenommen werden. Bei einer Rückkehr in den regulären Trainingsbetrieb "muss man die Jungs auch schützen", mahnt Weiß eine vernünftige Dosierung an und verweist auf die Gefahr einer möglichen Überbelastung. Zwei Wochen sind wiederum zu kurz, um ähnlich einer normalen Vorbereitung Aufbauphasen oder taktische Schulungen einzubauen. "Aber die Ausgangslage ist für alle gleich", sagt TuS-Sportchef Maik Hess.

Was auch die Kaderplanung betrifft. Zwar konnte Efringen-Kirchen den Zugang von Torhüter Tobias Bruder vom A-Kreisligisten Huttingen vermelden, aber "vor Corona hatten wir noch ein, zwei Kandidaten", sagt Hess. Probetrainings waren angedacht, "die Spieler wollten auch einen Eindruck von der Mannschaft und den Trainern bekommen". Diese Option entfällt durch die Zwangspause vorerst. Und aktuell "externe Spieler zu kontaktieren, damit tue ich mich schwer. Das ist nicht die passende Situation", findet Hess. So warten alle auf den Tag X. Und ein Ziel, auf das sich hinarbeiten lässt.