Auftakt Wahlkampf

Zwei Kandidaten für die Landtagswahl stehen in Waldshut schon fest

Annemarie Rösch

Von Annemarie Rösch

Fr, 10. Juli 2020 um 19:00 Uhr

Bad Säckingen

Die Parteien bereiten sich auf die Landtagswahl im März 2021 vor. Die FDP nominierte jetzt den Handwerker Harald Ebi zu ihrem Kandidaten, die CDU Sabine Hartmann-Müller.

Die Vorbereitungen für den Landtagswahlkampf haben begonnen. Am Dienstag bestimmte die FDP im Wahlkreis 59 den selbständigen Waldshuter Handwerksmeister Harald Ebi zu ihrem Kandidaten für die Wahl im kommenden März. Die CDU hatte bereits die Rheinfelderin Sabine Hartmann-Müller zu ihrer Kandidatin gemacht. Bei der SPD kommt es zu einer Kampfabstimmung zwischen dem Bad Säckinger Stefan Meier und dem Höchenschwander Peter Schallmayer. Die anderen Parteien haben sich noch nicht auf Kandidaten geeinigt.

FDP

Der Dachdeckermeister Harald Ebi ist bereits bei der Landtagswahl 2016 als Kandidat seiner Partei für den Wahlkreis 59, der auch Teile des Landkreises Waldshut umfasst, angetreten – und hat es damals nicht geschafft. Dieses Mal will er es noch einmal versuchen. "Es könnte noch schwieriger werden als beim letzten Mal", meint er nach der Nominierung. "Sollte ich tatsächlich in den Landtag gewählt werden, möchte ich mich für den Bürokratieabbau starkmachen", sagt er. "Es ist wahnsinnig, wie dadurch der Mittelstand belastet wird." Das Corona-Hilfspaket der Bundesregierung, das die wegen der Krise schwächelnde Konjunktur ankurbeln soll, sieht er kritisch – insbesondere die Reduzierung der Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent. "Das ist für den Mittelstand keine Erleichterung, sondern sehr kompliziert umzusetzen und nur schwer zu verrechnen", sagt er. Da müssten viele Gespräche mit dem Steuerberater geführt werden. Bei solchen Themen müsste aus seiner Sicht die FDP mehr mitzureden haben. Kritik übt Ebi an manchen Politikern seiner Partei: Dass in Thüringen der FDP-Politiker Thomas Kemmerich zunächst mit Hilfe der AfD Ministerpräsident wurde und dafür Applaus von FDP-Politikern bekam, habe hier sehr viele Menschen verärgert – auch in seiner Partei.

CDU

Die CDU hat bei ihrer Nominierungsversammlung am vergangenen Wochenende Sabine Hartmann-Müller aus Rheinfelden klar zu ihrer Kandidatin für den Landtag ernannt. Bei der Wahl 2016 war sie als Zweitkandidatin angetreten. Sie rückte 2017 in den Landtag nach, als ihr Parteikollege Felix Schreiner in den Bundestag wechselte. Jetzt will sie wissen, ob ihr der Sprung in den Landtag als Erstkandidatin gelingt. Bei ihrer Vorstellung sagte sie, sie wolle dazu beitragen, dass die CDU wieder die Nummer eins im Land werde. In der aktuellen grün-schwarzen Koalition ist sie die Nummer zwei.

SPD

Am 19. September kommt es in Luttingen zu einer Kampfabstimmung um die SPD-Kandidatur für das Landesparlament. Gegeneinander antreten werden der Geograph und Theaterpädagoge Stefan Meier und der Berufsschullehrer Peter Schallmayer. Meier machte sich bei der Vorstellungsrunde vor zwei Wochen in Murg für eine Gesundheitsversorgung "frei von Profitstreben" stark. Sein Herausforderer Peter Schallmayer möchte sich für einen kostengünstigen und nachhaltigen Nahverkehr, den Tourismus und die Gastronomie einsetzen.

Grüne

Am 29. Juli wollen die Grünen aus dem Kreis in der Stadthalle von Tiengen ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin für die Landtagswahl 2021 nominieren. Vier Bewerber gibt es, wie die Kreisvorsitzende Petra Thyen berichtet: zwei Frauen und zwei Männer. "Aber natürlich kann es bei der Nominierungsveranstaltung noch weitere Kandidaturen geben." Petra Thyen, die bei der Wahl 2016 kandidierte, will dieses Mal nicht mehr antreten. Damals verfehlte sie den Einzug nur knapp. 330 Stimmen fehlten ihr, wie sie sagt, dann wäre sie ins Landesparlament eingezogen. "Für die jetzige Wahl rechne ich unserer Partei gute Chancen aus", sagt die Grünen-Politikerin. "Wir haben hier eine Wählerschaft, die grün-ökologisch interessiert ist."Die Grünen wollen sich für ökologische Landwirtschaft und umweltfreundlichen Verkehr einsetzen.

Linkspartei

Die Linkspartei ist noch auf der Suche nach einem geeigneten Kandidaten oder einer Kandidatin, berichtet Kreissprecher Angelo De Rosa aus Bad Säckingen. Leider seien zwei Kandidaten, darunter eine Frau, abgesprungen. Aber man suche weiter. Die Partei wolle mittels einer Kandidatur den Blick auf Themen lenken, die ihr wichtig sind. So will sie sich dafür einsetzen, dass die medizinische Versorgung auf dem Land besser wird. "Wir können uns medizinische Zentren, wie jetzt eines in Bad Säckingen geplant ist, vorstellen", sagt er. Dort sollen Ärzte als Angestellte arbeiten. Angelo De Rosa, der im Bad Säckinger Gemeinderat sitzt, will nicht kandidieren.

AfD

Die AfD war angefragt, ob auch sie einen Kandidaten oder eine Kandidatin ins Rennen um einen Landtagssitz schicken möchte. Bis zu Redaktionsschluss gab es keine Antwort.