Ortsporträt

Zwei Länder, eine Stadt: Laufenburg punktet nicht nur mit historischen Ortskernen

Martin Köpfer

Von Martin Köpfer

Sa, 11. September 2021 um 00:05 Uhr

Laufenburg

Wunderschönen Altstädte, herrliche Ruhemöglichkeiten mit Blick auf den Fluss: Viele kennen Laufenburg nur vom Hörensagen. Doch die "zweigeteilte" Stadt hat jede Menge zu bieten.

Aus allen aus allen Teilen der BZ-Serie "Schau ins Land", die 2020 und 2021 erschienen sind, entsteht derzeit ein Buch. Sobald dieses Buch erhältlich ist, informieren wir Sie in Ihrer Badischen Zeitung.

Das macht Laufenburg so besonders
Schon an der Umfahrungsstraße weist ein großes Schild auf die Besonderheit der Stadt hin mit dem Slogan: Zwei Länder – eine Stadt. Das deutsche und das schweizerische Laufenburg, getrennt durch den Rhein, verbunden mit zwei Brücken, haben vieles gemeinsam. Das beginnt bei den wunderschönen Altstädten, den herrlichen Ruhemöglichkeiten mit Blick auf den Fluss und geht bis zu grenzüberschreitenden Kulturtagen. Umso härter traf es die Laufenburger, als die Grenzübergänge wegen Corona dicht waren.

Davon leben die Leute in Laufenburg
Früher war diese Frage einfacher zu beantworten. Damals verdienten die meisten Menschen ihr Geld mit der Salmfischerei oder der Flößerei. Es gibt heute einige größere, industrielle Arbeitgeber und viele kleinere Handwerks- sowie zahlreiche Gastronomiebetriebe. Und viele Einwohner sind Grenzgänger und verdienen ihr Geld in der Schweiz.

Diese Geschichte sollte man unbedingt kennen
Der Ortsname Laufenburg sagt schon, was hier um 1200 geschehen ist: Am Laufen, einer knapp 20 Meter breiten und 35 Meter tiefen Stromschnelle, ließen die Grafen von Habsburg eine Brücke über den Rhein schlagen, lange bevor es in Schaffhausen und Basel Flussübergänge gab. Zugleich sicherten sie die Brücke und die junge Stadt durch Burgen auf dem Kriegerfelsen und auf dem Schlossberg.

Dieses Brauchtum wird heute noch gepflegt

Die Städtlefasnacht dies- und jenseits des Rheins wurde bereits bei der Entstehung der Narro-Alt-Fischerzunft im Jahre 1386 gefeiert. Man sollte die Tschättermusik in den engen Gassen einmal erlebt haben ebenso wie das Narrolaufen und – jetzt mal weg von der jahrhundertelangen Tradition – das Open-Air-Guggen-Festival, das mehr als 10 000 Besucher anzieht.

Wer war mal da, den man kennen sollte?

Die Amerikanerin Mary Codman, die 1929 im Alter von 89 Jahren gestorben ist, hat sich in das Städtchen verliebt und viele sichtbare Spuren hinterlassen wie etwa das über der Altstadt thronende Schlössle, das Haus Mariagrün als Kindergarten und davor die nach ihr benannte Anlage am Rheinufer. Sie gilt als große Wohltäterin und wurde 1921 Ehrenbürgerin. Die aus Laufenburg stammende Autorin Petra Gabriel hat ihr ein Buch gewidmet: "Madame kam aus Amerika".
Zahlen und Fakten
Einwohnerzahl: 9073
Größe: 2355 Hektar
Anzahl der Stadtteile: Binzgen, Grunholz, Hauenstein, Hochsal, Luttingen, Rhina, Rotzel und Stadenhausen
Anzahl der Partnergemeinden: Le Croisic, Südbretagne am Atlantik
Anzahl der Schulen: Hans-Thoma-Schule (Grund-,
Werkreal- und Realschule) und Hebelschule (Grundschule)
Anzahl der Kindergärten und -krippen: Acht
Anzahl der Betriebe: 315
Anzahl der Arbeitsplätze: 1799
Anzahl Ein- sowie Auspendler: 1998 /2292
Pro-Kopf-Verschuldung: 61,72 €/Einwohner (ohne Eigenbetriebe)
Durchschnittsalter: 43,0 Jahre; männlich: 41,8;
weiblich: 44,1

So stehen Ihre Chancen, hier eine Wohnung zu finden
Aktuell gibt es zahlreiche Neubauten im Bereich Mehrfamilienhäuser, so dass es trotz großer Nachfrage nicht unmöglich ist, eine Wohnung zu finden. Viel schwieriger ist es, ein Einfamilienhaus zu finden, die neuen Baugebiete in Rotzel und Binzgen stehen erst am Anfang. Wer ein Einfamilienhaus kaufen möchte, ist aktuell auf Bestandsimmobilien angewiesen.

Da sollte man hin

Ein Erlebnis ist der Stadtrundgang mit Graf Hans IV. von Habsburg-Laufenburg (der "echte" Graf Hans IV lebte vor 600 Jahren). Geheimtipps sind der Besuch der Straußenfarm in Luttingen und im Frühjahr die Apfelblüte in Stadenhausen.

Diese Besonderheit sollte man unbedingt besuchen
Ganz klar: die "Laufenburger Acht". Auf dem knapp sieben Kilometer langen Rundwanderweg quert man dreimal den Rhein. Derzeit entstehen 14 Haltepunkte mit Attraktionen für jedes Alter. Besonderheiten sind zwei Stationen, an denen man einen Einblick bekommt, wie das Rheinkraftwerk funktioniert. Der Weg kann jetzt schon begangen werden, komplett fertig wird er im Spätherbst.

Das sollte man aus Laufenburg mitbringen
Ein Laufenburger Taschenmesser, den leckeren Salmwein, Laufenburger Pralinen und eine schöne Postkarte mit Altstadtansicht – eine reichhaltige Auswahl also.

Hier muss man ein Selfie machen
In der Codman-Anlage in Richtung Laufenbrücke, im Hintergrund die beiden Städte; oder eins direkt auf der Laufenbrücke mit der Altstadt im Hintergrund. Besser geht’s nimmer...

Hier treffen sich Verliebte
Auf einer der Bänke und Sonnenliegen am Rheinuferweg oder – wer mehr Zweisamkeit möchte – im Andelsbachtal beim Wasserfall. Andere treffen sich in Hauenstein auf der Burg oder in Hochsal und Rotzel beim Grillplatz mit schönem Blick ins Tal.