Benefizabend

Zwei Müllheimerinnen sammeln mit Konzerten Geld für einen guten Zweck

Bernhard Amelung

Von Bernhard Amelung

Fr, 17. Januar 2020 um 15:53 Uhr

Müllheim

Mit Spenden etwas Gutes tun wollen zwei Schülerinnen aus Müllheim. Am Samstag geben sie ein Konzert in der Martinskirche. Der Erlös geht an ein Projekt, das gegen weibliche Genitalverstümmelung vorgeht.

"Auf dieser Welt gibt es so viel Leid. Ich möchte dazu beitragen, es ein wenig zu verringern", sagt Johanna Held. Die Schülerin aus Müllheim besucht die 13. Klasse auf der Waldorfschule und macht in diesem Frühjahr ihr Abitur. Zusammen mit ihrem Vater Armin Held, ihrer Schulkameradin Anna Stronski und den Musikerin Geneviève Mégier (Cello), Wolfgang Hillemann (Gitarre) und Matthias Kühn (Piano) veranstaltet sie an diesem Samstag ein Konzert zu Gunsten von Target. Das medizinische Hilfsprojekt, 1999 von Rüdiger Nehberg gegründet, setzt sich für das Ende von weiblicher Genitalverstümmelung ein. Target in Äthiopien eine Geburtshilfeklinik eröffnet und unterhält mobile Krankenstationen in dem ostafrikanischen Land.

Ein Vortrag von Nehberg in der Martinskirche in Müllheim im Oktober 2016 war es auch, der in Held den Entschluss auslöste, sich ehrenamtlich zu engagieren und Target zu unterstützen. 2017 veranstalteten sie und ihr Vater, der Bariton singt, ihr erstes Benefizkonzert. "Ich wollte nicht nur Geld sammeln. Ich wollte den Spendern etwas zurückgeben. Konzerte sind dafür eine gute Möglichkeit", sagt sie. Weitere Konzerte folgten, zum Beispiel im Dorfgemeindesaal von Britzingen oder im Winzerkeller der Familie Rieber in Dattingen.

Musik erreicht mehr Menschen als Worte

"Musik besitzt einfach eine starke Kraft, Gefühle auszudrücken und ein Anliegen zu unterstützen. Mit Musik kann man viel mehr Menschen erreichen als mit bloßen Worten", ergänzt Anna Stronski. Auf für sie stehen in diesem Frühjahr Abitursprüfungen an der Waldorfschule an. Sie wird Sopransängerin Held am Samstag am Cello begleiten. Stronski spielt seit rund zehn Jahren Cello und nimmt immer noch Unterricht. Seit fünf Jahren tritt die Schülerin bei Benefizkonzerten in der Region auf. Sie habe schon immer das Bedürfnis verspürt, sich sozial zu engagieren, sagt sie. "Das Thema Flucht und die Entbehrungen dieser Menschen hat das in mir ausgelöst".

"Beim Singen komme ich in meine Welt." Johanna Held, Sängerin und Veranstalterin
Auf der Bühne vor Publikum zu stehen, fällt Held und Stronski leicht. Beide bringen langjährige Bühnenerfahrung mit. Sie waren Mitglied im Müllheimer Kinder- und Jugendzirkus Ragazzi. Held und Stronski haben sich in Disziplinen wie Tanz, Choreographie und Akrobatik ausprobiert. Vor ihren Auftritten schüttelt sie sich immer kurz aus. Ein kleines Ritual, das ihr hilft, Spannung abzubauen und sich zu fokussieren. "Ich bringe immer sehr viel Energie mit. Sobald ich aber die Bühne betrete, kann ich loslassen und alles genießen. Beim Singen komme ich in meine Welt", sagt Held.

Für das Benefizkonzert am Samstag hat Held ein besonderes Programm entwickelt. Die Musiker und Sängerin Held werden in unterschiedlichen Formationen auftreten, als Trio und Duett. Held wird aber auch solo singen, in drei Sprachen. Das musikalische Spektrum deckt Klassik und Jazz ab. Welche Songs gespielt werden, will Held nicht verraten. Zwischen den Liedern werden außerdem Texte gelesen, die Menschen auf der Flucht geschrieben haben. "Ich war nie auf ein Genre festgelegt", sagt sie und lacht. Seit vier Jahren nimmt sie Gesangsunterricht bei Thomas Wiedenhofer, der unter anderem den Jazzchor Temporal leitet. Lange Zeit spielt sie mit dem Gedanken, nach dem Abitur Gesang zu studieren, hat sich nun aber für ein Studium der Psychologie entschieden. Das Singen will sie weiter intensiv in ihrer Freizeit betreiben, für sich und um anderen Menschen eine Freude zu machen.
Benefizabend

Konzert zugunsten von Target e.V. – ein Menschenrechtsprojekt von Rüdiger Nehberg. Mit Johanna Held (Sopran), Armin Held (Bariton), Anna Stronski (Cello), Geneviève Mégier (Cello), Wolfgang Hillemann (Gitarre), Matthias Kühn (Piano). Samstag, 18. Januar, um 20 Uhr in der Martinskirche Müllheim