"Tierstation" sammelt für das Tierheim

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Di, 13. Oktober 2020

Weil am Rhein

Die Schülerinnen Marina Kröner und Lea Heitz wollen helfen und aufklären.

(hf). Wenn Marina Kröner und Lea Heitz, beide elf Jahre alt, über "ihre" Hunde erzählen, dann geraten sie ins Schwärmen. Gemeint sind die Vierbeiner im Emma-Paolini-Tierheim in Weil am Rhein, die die beiden Mädchen, begleitet von ihren Mamas Silvia Kröner und Anja Bornhausen-Heitz, ausführen, wann immer ihre Zeit es erlaubt. "Und ganz viele haben wir schon ins Herz geschlossen", erzählt Marina.

Marina aus Efringen-Kirchen, die im Weiler Kant-Gymnasium die Schulbank drückt, und Lea, die in Lörrach wohnt und dort die Freie Evangelische Schule besucht, gingen in denselben Kindergarten und entdeckten dort, dass sie auch dieselbe Leidenschaft für Tiere teilen. Beim Spielen in Wald, Feld, Flur und Garten drehte sich fortan alles um das Leben der kleinen und größeren Bewohner mit Fell und Federn. Sie begannen, Frösche über die Straße zu tragen, Futterstellen für Waldmäuse einzurichten und gründeten schließlich das Projekt "Tierstation" mit dem Ziel, im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen – beispielsweise, indem sie das Pfand eingelöster Mehrwegflaschen dem Tierheim spendeten.

Mittlerweile hat die "Tierstation" ein eigenes Logo und es gibt sogar einen selbst gedrehten Film über die Aktivitäten von Marina und Lea. "Die Idee dazu kam uns im Röttler Wald, denn wir hatten ja das fünfjährige Jubiläum", erzählt Marina. Und das sollte groß gefeiert werden. Über ein Jahr lang bastelten, backten, nähten und kochten die beiden für das Jubiläumsfest, das schließlich diesen Sommer zum "Sechsjährigen" ihrer Tierhilfe im Freundes- und Familienkreis über die Bühne ging. Aus dem Verkauf von Marmelade, Keksen, Schlüsselanhängern, Armbändern, Windlichtern und vielem mehr sowie mit Spenden erzielten sie für das Weiler Tierheim den stolzen Erlös von 577 Euro. "Sie haben alles selbst organisiert, wir halfen nur beim Auf- und Abbau", heben die Väter Armin Kröner und Markus Heitz hervor. Den Beamer besorgte Familie Heitz, Marinas Opa Lothar Jägle steuerte die Leinwand bei.

Beeindruckend reflektiert klärten die Schülerinnen ihre Gäste im selbst gedrehten und geschnittenen Handyfilm sowie in Kurzreferaten auch über den Klimawandel und seine Folgen auf, sie informierten über heimische Waldtiere und die Wichtigkeit, die Umwelt zu schützen.

Für die besten Freundinnen steht außer Frage, dass sie ihr Engagement fortsetzen werden. Bald wollen sie nun im Tierheim im Soleck vorbeischauen und die Spende übergeben. Und wenn sie schon dort sind, dann wollen sie auch gleich noch Hunde ausführen. Von einigen ihrer bisherigen Gassihunde haben sie übrigens Charakterporträts erstellt.

Die Mädchen teilen auch das Reiten als gemeinsames Hobby, Marina spielt zudem Tennis und Lea Querflöte. Welche berufliche Richtung sie einschlagen, wissen sie noch nicht. Lehrerin zu werden – natürlich im Fach Biologie – fänden beide "schon cool". Ihr ganz großer Traum ist es aber, einmal selbst ein Tierheim zu gründen. "Denn es ist wichtig, dass die Tiere nicht vergessen werden", sagen Marina und Lea. Dann würde aus dem Spiel eine echte Tierstation.