Biontech

Zweite Dosis des Corona-Impfstoffes soll wie geplant verabreicht werden

msr/ dpa

Von Michael Saurer & dpa

Fr, 08. Januar 2021 um 18:34 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Der anfangs knappe Impfstoff von Biontech wird in Deutschland wohl nicht durch ein verzögertes Verabreichen der zweiten Dosis mehr Menschen zugänglich gemacht.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Mittwoch: "Wir lassen die Daten von der Ständigen Impfkommission anschauen, aber die ersten Rückmeldungen sind tatsächlich die, dass wir bei der Zulassung und dem, was in der Zulassung steht, bleiben sollten." Für die Frist zwischen Erst- und Zweitimpfung gebe es klare Empfehlungen. In der für die Zulassung notwendigen Studie wurde den Probanden die zweite Impfung rund drei Wochen nach der ersten gegeben.

Spahn erteilte damit den Überlegungen eine Absage, sich dem Weg Großbritanniens anzuschließen. Dort wird zunächst nur die erste Dosis gespritzt. Die zweite kommt dann nicht, wie in der EU vorgeschrieben, nach drei Wochen, sondern zu einem späteren Zeitpunkt. Darüber, wie sinnvoll das ist, gibt es eine intensive Debatte. Viele Wissenschaftler sehen kein Problem darin, die zweite Impfdosis später zu verabreichen.
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"Die zweite Impfung kann meiner Meinung nach problemlos etwas verzögert gegeben werden, ohne dass wesentliche Abstriche bei der Wirksamkeit zu erwarten sind. Damit könnten wir schneller impfen und wertvolle Zeit gewinnen", sagt Leif-Erik Sander, der Leiter der Forschungsgruppe Infektionsimmunologie und Impfstoffforschung an der Berliner Charité. Auch die Gesellschaft für Immunologie spricht sich für ein zeitliches Strecken aus. Die EU-Zulassungsbehörde EMA hingegen argumentiert, dass die Studien unter der Prämisse des Drei-Wochen-Intervalls erfolgt seien und somit nur so der volle Schutz garantiert werden könne.