Zwölf Beiträge gegen die Überlastung der Erde

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Sa, 19. März 2022

Lörrach

Umweltschutz-Kalender der Fairnetzt-Gruppe "Move-the-date" zeigt Projekte von Menschen, die ihren Ressourcenverbrauch verringern.

. Die Fairnetzt-Gruppe "Move-the-date" bringt zum zweiten Mal einen Umweltschutz-Kalender heraus. Auf zwölf Blättern stellt er Menschen aus der Region und ihre Projekte vor, mit denen sie ihren Ressourcenverbrauch verringern. Der Kalender beginnt nicht im Januar, sondern im Mai. Denn am 4. Mai ist in Deutschland "Erdüberlastungstag" – jener Tag, an dem die Ressourcen aufgebraucht sind , die für ein ganzes Jahr reichen müssten.

Die Idee hatte Hartmut Schäfer nach einem Vortrag von Matthis Wackernagel, der aus Basel stammt, aber in Amerika lebt und arbeitet. Wackernagel hat ausgehend von der Klimakonferenz in Rio de Janeiro 1992 und von den Veröffentlichungen des Club of Rome den ökologischen Fußabdruck entwickelt, eine Berechnung des Ressourcenverbrauchs von Personen, von Ländern oder von der ganzen Erde.

Wenn alle so leben würden wie die Menschen in Deutschland, wären die Ressourcen, die für ein ganzes Jahr zur Verfügung stehen, am 4. Mai aufgebraucht. Das ist sogar noch einen Tag früher als 2021. Das Ziel der Move-the-Date-Bewegung ist es , diesen Erdüberlastungstag nach hinten zu verschieben, und zwar um zehn Tage jedes Jahr. Alles zu tun, um diese Bedrohung zu bekämpfen, wäre eigentlich die natürliche Reaktion, sagt Hartmut Schäfer.

Der Kalender, der bis Mai 2023 reicht, stellt Menschen vor, die in dieser Hinsicht aktiv geworden sind. Dabei werden Themen wie Wohnen, Energie, Mobilität oder Ernährung behandelt. "Der Kalender will Werbung dafür machen, was man tun kann, und zeigen, dass es gar nicht weh tut", erklärt Schäfer. "Trotz aller Krisen sind immer mehr Menschen engagiert und geben die Hoffnung nicht auf, versuchen auf ihre Art einen kleinen Beitrag zu leisten und anderen ein Beispiel zu geben, und das ist das Tolle daran", ergänzt Martin Schulte-Kellinghaus, der die Fotos gemacht hat.

Der Kalender enthält auch eine Einführung in das Thema sowie eine "Weltzeituhr", die angibt, wann in welchen Ländern der Erdüberlastungstag eintritt. So ist er in Brasilien erst im August, weil das Land sehr viele Ressourcen hat. Auch China ist noch besser als Deutschland, doch in den USA, in Kanada und den Vereinigten Arabischen Emiraten tritt der Erdüberlastungstag bereits am 13. März ein. In Jamaika hingegen fällt er auf den 20. Dezember, und einige Entwicklungsländer verbrauchen weniger Ressourcen, als ihnen zur Verfügung stehen.

Die Fotos im Kalender hat Martin Schulte-Kellinghaus gemacht, die Gestaltung Ingo Lindmeier. Gedruckt wurde er bei Kropf&Herz, und die Druckerei hat sich trotz Mehraufwands darauf eingelassen, ihre Altpapierbestände dafür zu verwenden, sodass auch hier Ressourcen geschont wurden. Abgegeben wird der Kalender für 15 Euro, die als Spende zu verstehen sind. Das Geld soll einem ökologischen Schulprojekt zugutekommen, das sich in Gründung befindet. Vergangenes Jahr kamen 600 Euro zusammen, die dem Textil-Upcycling-Center und der Klimawerkstatt gespendet wurden.

Dia-Vortrag: Am Freitag, 25. März, findet um 19.30 Uhr in der Volkshochschule im Alten Rathaus ein Dia-Vortrag statt, der die im Kalender gezeigten Projekte vorstellt und zum Austausch darüber einlädt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung bei der VHS Lörrach ist erforderlich (https://vhs.loerrach.de

Der Kalender
: Er ist erhältlich bei Fairvelo in der Teichstraße 48, beim Unverpackt-Laden Schüttwerk in der Tumringer Straße 221 und beim DAV Sektion Lörrach in der Hauptstraße 3 in Stetten.