200 Jahre alte Elzdämme saniert

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 22. April 2021

Emmendingen

Fußgänger und Radfahrer müssen in verschiedenen Bereichen Umwege in Kauf nehmen.

(BZ). Bereits seit rund einer Woche laufen die Sanierungsarbeiten der rechten (nördlichen) Hochwasserdämme der Elz in Teningen sowie zwischen der Newarkbrücke und Schützenbrücke in Emmendingen. Der Teninger Dammabschnitt erstreckt sich von der Otto-Rieth-Brücke bis zur Brücke der L 114.

"Die Dämme sind zwar hoch genug, um ein hundertjährliches Hochwasser abzuleiten, aber in ihrem Aufbau entsprechen die 200 Jahre alten Dämme nicht mehr heutigen technischen Anforderungen" erklärt Referatsleiter Michael Ortlieb vom Regierungspräsidium Freiburg (RP) in einer Presseinformation.

Während der Bauzeit bis voraussichtlich Ende Oktober müsse aus Verkehrssicherheitsgründen der Zugang zu den Vorländern und den Hochwasserdämmen für den Rad- und Fußverkehr gesperrt werden. Auch die begleitenden Radwege am jeweiligen der Elz abgewandten Dammfuss sind gesperrt. Zudem sei auf den Zufahrtswegen durch den Baustellenverkehr zeitweise mit Behinderungen zu rechnen. Fußgänger und Radfahrer zwischen Emmendingen und Teningen müssen auf den südlichen Damm ausweichen. Die Otto-Rieth-Brücke werde in der Bauphase nur temporär gesperrt. Ansonsten soll die Brücke die meiste Zeit benutzbar bleiben. Auch zwischen Schützenbrücke und der Brücke an der L 114 müssten Nutzer auf die linke (südliche) Gewässerseite wechseln.

Zur Sicherung des Damms Teningen wird eine Stahlspundwand eingebaut, bestehend aus zum Teil über vier Meter langen einzelnen Planken, die von einer Spezialmaschine eingerammt werden. Dazu wird die Dammkrone abgetragen, um der 30 Tonnen schweren Baumaschine eine ausreichende Standfläche zu bieten. Der Damm wird anschließend wieder auf die alte Höhe gebracht und der Weg wieder angelegt. Von der Stahlspundwand sei anschließend nichts zu sehen, sie endet dann etwa 30 Zentimeter unterhalb des wiederhergestellten Wegs. Der werde dann nicht nur breiter sein, sondern auch durch seine neue Oberfläche insbesondere für die Radfahrer komfortabler sein. Zwischen Newarkbrücke und Schützenbrücke erfolgt der Einbau einer speziellen Dichtungsbahn auf der Wasserseite. Diese Dichtungsbahn aus Tonmaterial verlängert die Sickerwege im Damm bei länger anhaltendem Hochwasser. Auch hier wird der Dammkronenweg mit Wegebaumaterial wiederhergestellt und zu einem späteren Zeitpunkt eventuell zudem asphaltiert.

"Der ausführenden Firma steht nur ein sehr enges Zeitfenster zur Verfügung, da bis Ende August bereits wieder mit der Einsaat der wasserseitigen Grasvegetation begonnen werden muss. Noch vor der Zeit der Winterhochwässer soll sich eine stabile und erosionssichere Vegetation einstellen", wird Frank Bödeker, Projektleiter beim RP, zitiert. Diese Einsaaten werden durch den Betriebshof Riegel im RP durchgeführt. Als Saatgut wird standortheimisches Material verwendet, so dass eine hochwertige und artenreiche Wiederbegrünung gewährleistet ist. Als Ersatz für die unumgänglichen Baumfällungen und Rückschnitt der Hecken werden Ersatzpflanzungen vorgenommen. Die Kosten der Dammsanierung liegen laut Presseinformation bei rund 1,9 Millionen Euro.