Feuer

750.000 Euro Schaden bei Brand eines Bauernhofs in Jostal

Tanja Bury

Von Tanja Bury

Mi, 21. April 2021 um 16:44 Uhr

Titisee-Neustadt

Als die Feuerwehr eintrifft, steht das Dach lichterloh in Flammen: Auf einem Bauernhof bei Titisee-Neustadt hat es in der Nacht gebrannt. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, der Schaden ist immens.

Der Alarm geht kurz vor 1 Uhr runter. Gemeldet wird ein Kaminbrand auf dem landwirtschaftlichen Anwesen, doch auf der Anfahrt zur Einsatzstelle sieht die Feuerwehr das Dach des Wohnbereichs bereits in Flammen stehen. Damit hat sich die Einsatzlage massiv geändert, es wird nachalarmiert. Letztendlich sind die Gesamtwehr Titisee-Neustadt mit 100 Kräften, die Feuerwehr Hinterzarten mit zehn und der Atemschutzgerätewagen aus Ihringen vor Ort. Zur Unterstützung wird zudem die Abteilung Saig alarmiert.

Brand schlug nicht auf den Ökonomieteil des Hofs über

"Es handelt sich um einen großen Einsatz. Es sind massive Anstrengungen sowohl im Gebäudeinneren als auch von außen über zwei Drehleitern notwendig", zieht Markus Straub, Einsatzleiter der Feuerwehr Titisee-Neustadt, am Mittwoch Bilanz. Als Glück im Unglück erweist sich die Brandschutzwand, die sich über die gesamte Höhe des in den 1970er Jahren errichteten Hofs zieht und die beiden Gebäudeteile trennt. Sie hält die Flammen erfolgreich zurück. Oberstes Ziel der Wehrleute ist es, das Feuer daran zu hindern, sich über die Isolierung und das Gebälk des Dachstuhls vom Wohnbereich in den Ökonomieteil zu fressen. "Das ist gelungen. Er konnte vollständig bewahrt werden", sagt Straub.

Die Feuerwehr hat die Lage so schnell im Griff, dass die Tiere – rund 25 Rinder, dazu Schweine und Ziegen – während des Einsatzes im Stall bleiben können und nicht in die Nacht hinausgetrieben werden müssen. Der Stall, so schätzt Straub, ist weiterhin benutzbar.

Bewohner können sich aus dem Gebäude retten

Eine Herausforderung stellt die Wasserversorgung dar. Über eine Strecke von rund 300 Metern muss eine Leitung von einem benachbarten Brandweiher aufgebaut werden. Parallel dazu wird eine Wasserförderstrecke von einem Hydranten beim Gasthaus Schweizerhof bis zum Einsatzort gelegt und vorsorglich eine dritte Versorgungsleitung von einem Weiher am Kohlplatz eingerichtet.

Die acht Bewohner des Hauses, darunter auch Kinder, können sich vor Ankunft der Wehr selbst aus dem Gebäude retten. Sie und die im Nachbarhaus wohnende Familie werden durch das DRK betreut. Es ist mit 30 Helfern und verschiedenen Einsatzfahrzeugen zur Stelle. Auch Bürgermeisterin Meike Folkerts ist in der Nacht vor Ort und kümmerte sich um die Betroffenen. Ihre Wohnungen sind laut Polizei derzeit unbewohnbar. Zum Teil kommen die Bewohner im Schweizerhof, zum Teil bei Verwandten unter.

Der Brand war erst gegen 6 Uhr gelöscht

Gegen 6 Uhr ist das Feuer gelöscht, ein Teil der Wehrleute befindet sich am Mittwochmorgen zur Brandwache und zum Aufräumen noch auf dem Hof. Mit Wärmebildkameras wird nach Glutnestern im Dachstuhl gesucht, die Wasserversorgung abgebaut. Derweilen trifft der Brandsachverständige ein, um die Brandursache zu ermitteln. Eine lange Nacht liegt hinter den ehrenamtlichen Einsatzkräften und bis Ausrüstungen und Fahrzeuge wieder einsatzbereit sind, werden nochmals einige Stunden vergehen. "Die Erschöpfung kommt erst, wenn man zu Hause ist, das Adrenalin nachlässt", sagt einer der Wehrleute, während er einen Kaffee trinkt. Um die Versorgung mit Getränken und Essen haben sich die Kollegen des DRK gekümmert. Man ist ein gespieltes Team.

Alle sind froh, dass bei dem Brand weder Menschen noch Tiere zu Schaden gekommen sind. Markus Straub spricht von einem erfolgreichen Einsatz. Und vom stellvertretenden Kreisbrandmeister Gotthard Benitz gibt es einmal mehr Lob: "Es hat alles sehr gut funktioniert."