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Achtung, Nachzahlung! Die Tücken des Kurzarbeitergelds bei der Steuererklärung

Jörg Strötzel

Von Jörg Strötzel

So, 25. April 2021 um 15:27 Uhr

Wirtschaft

Im vergangenen Jahr waren viele Beschäftigte in Kurzarbeit. Eine Folge: Sie müssen eine Steuererklärung machen. Ob Nachzahlungen drohen, hängt vom Einzelfall ab. Manchmal gibt es auch was zurück.

Wegen der Corona-Pandemie wurden die Regeln für das Kurzarbeitergeld verbessert: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten bis zum 31. Dezember 2021 teilweise mehr Kurzarbeitergeld. Weil das Kurzarbeitergeld aber zu den sogenannten Lohnersatzleistungen zählt, ist es zwar grundsätzlich steuerfrei, hat aber Auswirkungen auf die Steuer für das übrige Einkommen. Folgendes sollten Menschen in Kurzarbeit beachten:
  • Wer in einem Jahr Kurzarbeitergeld von mehr als 410 Euro erhalten hat, muss eine Steuererklärung abgeben.
  • Je nachdem, ob die Arbeitszeit der Arbeitnehmer zu 100 oder zu 50 Prozent gekürzt und dementsprechend Kurzarbeitergeld bezogen wurde, kann man entweder mit einer Steuererstattung rechnen oder mit einer Nachzahlung.
  • Beschäftigte, deren Unternehmen vorübergehend geschlossen wird, fallen folglich zu 100 Prozent aus. Wer dann Kurzarbeitergeld für zum Beispiel drei Monate erhalten hat, kann mit einer Steuererstattung rechnen. Denn – verteilt auf das gesamte Jahr – wurde in den Monaten ohne Kurzarbeit zu viel Lohnsteuer einbehalten.
  • Umgekehrt gilt für Beschäftigte, die zu 50 Prozent in Kurzarbeit waren: Sie haben das gesamte Jahr über monatlich nur zur Hälfte gearbeitet und müssen in der Regel mit einer Steuernachzahlung rechnen – denn der Arbeitgeber hat im Laufe des Jahres meist zu wenig Lohnsteuer gezahlt.

Zur Person

Jörg Strötzel ist Steuerberater und Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Lohnsteuerhilfe (VLH). Sie erstellt für Mitglieder die Einkommensteuererklärung. Beratungsstellen: http://www.vlh.de