Istein macht ebbis

Aktionen, die Istein noch ein bisschen lebenswerter machen

Reinhard Cremer

Von Reinhard Cremer

Mi, 12. Juni 2019 um 11:30 Uhr

Efringen-Kirchen

Die Bürgerinitiative "Istein macht ebbis" hat zwei Mitfahrbänke und ein Bücherregal aus einer ehemaligen Telefonzelle in der Neuen Straße eingeweiht.

Gleich zwei neue Attraktionen hat die Bürgerinitiative "Istein macht ebbis" (IME) mit Dietmar Kunzelmann, Alwin Martin und Manfred Scherer verwirklicht. Zwei neue, überdachte Mitfahrbänkli sowie ein Bücherregal in einer ehemaligen Telefonzelle bilden ein charmantes Ensemble an der Ecke Neue Straße zur Sonnenwirtsbrücke.

Mitfahrbänke
Die zwei überdachten Sitzgruppen weisen in die Richtungen "Eferge-Chilche" (so die Schreibweise auf dem Schild am Wartehäuschen), "Chleichems" und "Hudigge". Wann immer die Initiatoren am Herrichten des Platzes und mit dem Aufstellen der Bänke beschäftigt waren, halfen auch Freiwillige tatkräftig mit. Das sei auch nötig gewesen, so Scherer, denn als etwa die Dachkonstruktion gebaut wurde, stellte man fest, dass die bereits fest verankerten Bänke wieder verrückt werden mussten.

Bereits im vergangenen Jahr war versuchsweise eine Bank aufgestellt worden, berichtete Kunzelmann. Doch habe es sich bald herausgestellt, dass ein Dach nötig sei. Davon, dass dieses nun sehr stabil und ansehnlich gelungen ist, konnten sich alle Besucher bei der Einweihung am Wochenende überzeugen. Wie das Konzept der Mitfahrbank funktioniert, wird auf einer Tafel erklärt. Um mitgenommen zu werden, setzt man sich ganz einfach auf die Bank, über der der Ort steht, in den man fahren möchte. Das koste zwar kein Geld, erfordere aber unter Umständen etwas Geduld und Ausdauer, bemerkte Kunzelmann. Denn natürlich ist kein Autofahrer verpflichtet, jemanden mitzunehmen. Für die Rückfahrt muss jeder Mitfahrer selbst sorgen. Kunzelmann betonte, dass mit dem Mitfahrbänkli dem Bürgerbus keine Konkurrenz gemacht werden solle.

Bürgermeister Philipp Schmid dankte den Initiatoren und Helfern und wünschte gutes und unfallfreies Gelingen. Mit diesem Projekt sei ein "Bürgerengagement ,at it's best’" verwirklicht worden. Erneut habe sich gezeigt, dass man nicht immer alles die Gemeinde machen lassen müsse. Die Gesamtkosten belaufen sich auf gut 12 000 Euro, die von Spendern und Sponsoren aufgebracht wurden.

Bücherregal
Fast könnte man glauben, es gäbe sie wieder, die Telefonhäuschen aus den Vor-Handy-Zeiten. Steht doch neuerdings ein solches wieder an seinem früheren Platz direkt neben dem neuen Mitfahrbänkli. Doch bei genauem Hinsehen entpuppt sich das vermeintliche Telefonhäuschen als Bücherregal. Wie die benachbarten Bänke erstrahlt es in kräftigem Blau.

In früheren Jahren stand an der Stelle eine richtige Telefonzelle. Gleich dahinter befand sich die Poststelle im Hause Rabus. Diese wanderte später weiter Richtung Ortsmitte zum Haus von Hubertus Bley. Irgendwann gab es die Poststelle nicht mehr. Auch die Telefonzelle wanderte ihrem vermeintlich endgültigen Schicksal entgegen nach Berlin.

Nun aber verkauft die Telekom die noch gut erhaltenen Telefonhäuschen aufgrund gesteigerter Nachfrage wieder. So erwarb die Initiative kurzerhand gleich zwei. Eines fand seinen Platz neben den Mitfahrbänkli als Bücherregal. Ein zweites, so die Planung, soll neben der roten Brücke aufgestellt werden. Ebenfalls als Bücherrregal, dann aber in zur Brücke passendem Rot lackiert. Gekostet hat das Bücherregal mit allem drum und dran gut 2000 Euro, die dank Spenden zusammengekommen sind.

Lautete das Motto auf Aufklebern an den alten Telefonzellen "Fasse dich kurz", darf man sich jetzt auf den Mitfahrbänkli mit einem Buch in der Hand ruhig Zeit lassen – Zeit, die man beim Warten auf eine Mitfahrgelegenheit vermutlich eh braucht. Oder man nimmt sich ein Buch zum Schmökern mit nach Hause.