Essay zur Lahrer Stadtgeschichte Teil I

Als die Spätaussiedler in den 1990er-Jahren nach Lahr zogen

Thorsten Mietzner

Von Thorsten Mietzner

So, 01. März 2020 um 10:00 Uhr

Lahr

BZ-Plus In den 1990er-Jahren kamen viele Spätaussiedler aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion nach Lahr. In einem zweiteiligen Essay zeichnet der Lahrer Stadtarchivar die Geschichte nach.

Jede Gesellschaft braucht ihre Mythen. Wenn die Verhältnisse unübersichtlich werden und sich vieles wandelt – dann schlägt die Stunde der Legenden. Legenden und Mythen helfen, Komplexität zu reduzieren, Unverständliches einzuordnen und eine vorläufige Sicherheit herzustellen, weil sie verallgemeinern und Erklärungen bieten. Die 1990er-Jahre waren in Lahr ein solcher Zeitraum der Legenden. In ihrem Mittelpunkt: die Spätaussiedler aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion. Ein Versuch, die Situation in einer Kleinstadt zu beschreiben, die vor 25 Jahren extrem verunsichert war.

Druck auf dem Wohnungsmarkt
Der verstärkte Zuzug von Aussiedlern nach Lahr hatte ursprünglich nichts mit den kanadischen Soldaten oder deren Abzug in den Jahren 1992/94 zu tun. Er begann bereits 1988 und war schlichtweg auf die veränderten politischen Verhältnisse in der Sowjetunion und in Osteuropa zurückzuführen. Dort hatte im Zuge der Liberalisierungen unter dem sowjetischen Partei- und Staatschef Michael Gorbatschow die Zahl der Ausreisen von Staatsbürgern deutscher Herkunft (die ihre Herkunft zum großen Teil aus dem 18. Jahrhundert herleiteten) stark zugenommen.

Diese Aussiedler genannten Menschen ...

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