Münstermarkt

Als Lösung käme eine Pförtnerampel in Frage

Rüdiger Schilling

Von Rüdiger Schilling (Freiburg)

Mo, 27. Juli 2020

Leserbriefe Freiburg

Zum Artikel "Gelbe Karte für Münstermarkt und Lokale" (BZ vom 18. Juli), der sich mit der Einhaltung der Pandemie-Auflagen auf dem Münstermarkt beschäftigte. In einem internen Schreiben hatte es geheißen, dass der Münstermarkt auf der Kippe stehe.

Der Bürgermeister und die Entscheider bei der FWTM sitzen in ihren gut gepolsterten Stühlen und wollen über Existenzen entscheiden – zum Wohle der Menschen in Freiburg, ihre eigene ist ja nicht in Gefahr, denn das Gehalt läuft ja zu 100 Prozent weiter. Wohl aber nicht zum Wohle der Marktbeschicker, denn die werden als Kollateralschäden billigend in Kauf genommen. Die Schuld liegt nicht bei den Marktbeschickern, sondern bei den Besuchern. Also wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.

Als Lösung käme eine Pförtnerampel in Frage. Vier Stück, am Martins- und Schwabentor, am Europaplatz und am Platz der alten Synagoge. Alle anderen Zugänge werden verbarrikadiert und von der Polizei bewacht. Die Straßenbahnen werden am Bertoldsbrunnen nicht mehr halten, Passagiere für die Innenstadt müssen vorher aussteigen. Die Zufahrtsstraßen wie die Habsburgerstraße werden für die pandemiegerechte Aufstellung der Zutrittswilligen gesperrt.

An den Zubringern wird ein Hinweis (Corona-Hotspot) für Touristen aufgestellt, dass man nur für dringende Einkäufe Freiburg betreten darf. DDR 2.0 wird geboren.

Wer das Ganze für überzogen hält, der hat vollkommen recht, genauso wie die Maßnahmen der Stadt.

Wer sich heutzutage in eine Menschenmenge begibt, ist sich der Folgen und Gefahren bewusst, er muss daher nicht von Pseudobeschützern gemaßregelt werde. Augenmaß und gesunder Menschenverstand sind in der Freiburger Stadtspitze wohl abhandengekommen?

Rüdiger Schilling, Freiburg