Hochschule

An der Uni Basel schreibt fast ein Viertel der Studierenden eine Doktorarbeit

Michael Baas

Von Michael Baas

Di, 27. April 2021 um 05:02 Uhr

Basel

Die Uni Basel meldet fürs Wintersemester 2020/21 trotz Pandemie einen neuen Studierendenrekord. Während die Bachelorstufe primär regional interessiert, gibt es an den Promotionen globales Interesse.

Die Pandemie und damit verbundene Einschränkungen wirken sich offenbar auch auf die Studierendenzahlen aus. Die Universität Basel jedenfalls verzeichnete im Wintersemester 2020/21 ein Plus an Studierenden. Trotz der Einstellung des Präsenzbetriebs im März 2020 registrierte sie allein in den Bachelor-Studiengängen mit 1783 Studienanfängern gegenüber dem Vorjahr ein Plus von rund 100 Erstsemestern; auch in den Masterstudiengängen gab es im Vergleich gut 100 Neueintritte mehr als 2019. Das wiederum erklären die Verantwortlichen in dem dieser Tage veröffentlichten Jahresbericht damit, dass Abiturienten und Bachelorabsolventen mangels Alternativen wie Praktika oder Reisen ("Work & Travel") übergangslos an die Hochschulen oder in weiterführende Studiengänge gewechselt sind.

Fast ein Viertel der Studierenden schreibt eine Doktorarbeit

Unter dem Strich meldete die Universität für das Wintersemester 2020/21 insgesamt 13139 Studierende und Doktorierende. Das ist ein neuer Rekord. In der Summe entfallen 47 Prozent oder knapp die Hälfte (6157 Studierende) auf die Bachelor-Stufe, also die Studienphase bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss, der in der Regel nach sechs Semestern gemacht wird. Rund 30 Prozent oder 4001 Studierende bilanziert die Uni für die Masterstufe; knapp 3000 oder fast ein Viertel entfallen auf die Promotionsstudiengänge, sprich Doktoranden.

Nicht zuletzt das unterstreicht nach Ansicht der Uni-Spitze die internationale Anziehungskraft als Forschungsuniversität. In den Promotionsstudiengängen liegt der Anteil ausländischer Studierender bei mehr als 52 Prozent, gut ein Drittel der Doktoranden kommt aus dem europäischen Ausland, nicht zuletzt aus Deutschland. In den Master- und den Bachelorstudiengängen sinkt der Anteil ausländischer Studierender dagegen auf knapp 20 beziehungsweise 13,5 Prozent (Bachelor). Vor allem Letztere stammen meist aus grenznahen Gebieten in Südbaden und dem Elsass. Die Uni verweist denn auch auf eine "starke regionale Verankerung", macht die aber allein am hohen Anteil an Studierenden aus den Trägerkantonen Baselland und Basel-Stadt fest. So stammt fast die Hälfte (48,5 Prozent) der Bachelor- und gut ein Drittel (35,5 Prozent) der Masterstudierenden von dort. Stark vertreten sind auch die Kantone Aargau und Solothurn, die rund 15 Prozent aller Studierenden stellen.

Die Studentinnen sind inzwischen in der Mehrheit

Eine Mehrheit der Studierenden von gut 57 Prozent sind inzwischen Frauen; vor allem im Medizin- und Psychologiestudium, aber auch in den Bildungswissenschaften und Jura sowie in den Geistes-, Sozial- und Sprachwissenschaften dominieren Studentinnen. Die Volkswirtschaft ist dagegen eine Männerdomäne. Die drei größten Fakultäten sind Medizin, die Philosophisch-Historische Fakultät und die Naturwissenschaften mit jeweils gut 3000 Studierenden. Wirtschaftswissenschaften, Psychologie und Jura liegen zwischen 1100 und 1200. Theologie und Bildungswissenschaften erscheinen mit 112 beziehungsweise 163 Studierenden im Vergleich als Orchideenfächer. Während Studentinnen in der Mehrheit sind, wird die Lehre weiter von Männern geprägt. So sind unter dem Strich 70 Prozent des fast 1800 Köpfe zählenden Lehrkörpers Männer; von den 175 Professoren sind gar 76 Prozent Männer, von den 70 klinischen Professoren gar 85 Prozent.