Neue Corona-Verordnung

Andere Bundesländer haben die 2G-Regel nur als Option

tst,dpa

Von Thomas Steiner & dpa

Mi, 15. September 2021 um 21:27 Uhr

Deutschland

Betreiber und Veranstalter können in mehreren Bundesländern Ungeimpfte ausschließen. Andere Länder wie Bayern gehen eigene Wege – und Baden-Württemberg hat die härteste 2G-Regel.

Baden-Württemberg ist nicht das einzige Bundesland, in dem die Corona-Regeln künftig stärker zwischen Geimpften und Ungeimpften unterscheiden. Auch Hessen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und Sachsen setzen entsprechende neue Verordnungen in Kraft. Allerdings ist die 2G-Regel nirgends so weitgehend wie in Baden-Württemberg.

Statt einem allgemeinen Inkrafttreten ab einer bestimmten Pandemielage wie im Südwesten sehen die anderen Länder 2G (also Zugang nur für Geimpfte und Genese) lediglich als Option vor. Das heißt: Betreiber von Restaurants und Veranstalter etwa von Konzerten erhalten die Möglichkeit, in bestimmten Fällen nur Geimpften und Genesenen Zugang zu Innenräumen zu gewähren – nicht aber negativ Getesteten. Der Vorteil für die Betreiber und Veranstalter: Sie können dann mehr Gäste in ihre Räume lassen.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagte, Corona entwickle sich zunehmend zu einer Pandemie der Ungeimpften. "Deshalb betreffen die weiterhin notwendigen Einschränkungen vor allem sie, während Geimpfte und Genesene davon immer weniger betroffen sind." Neben einer verpflichtenden 3G-Regelung (Zutritt für Geimpfte, Genesene und Getestete) in vielen Innenbereichen führe das Land daher ab diesem Donnerstag ein "2G-Optionsmodell" ein. Das biete die Möglichkeit, nur Geimpfte und Genesene einzulassen. Unter den Ländern hatte als erstes Hamburg die 2G-Option eingeführt.

Einige andere Länder verfahren anders, wodurch eine Art Flickenteppich entsteht. Rheinland-Pfalz hat bereits Änderungen umgesetzt und drei Warnstufen eingeführt. Für Geimpfte und Genesene sind unbegrenzte Zusammenkünfte möglich. Dazu kann eine bestimmte Zahl Getesteter kommen.

Auch in Bayern sind neue Regeln in Kraft, die unter anderem eine "Krankenhaus-Ampel" als Indikator umfassen. 2G sei "theoretisch möglich und nicht verboten, aber nicht vom Staat vorgeschlagen", hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gesagt. In Nordrhein-Westfalen soll die 3G-Regel bis auf weiteres unverändert bestehen bleiben.

Sachsen will ebenfalls 2G als Optionsmodell einführen, wie die Staatskanzlei in Dresden mitteilte. Dies soll für Restaurants, Einrichtungen oder Events von bis zu 5000 Menschen möglich sein, wenn der Veranstalter es so entscheidet. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) kündigte an, dass die 2G-Regel in mehr Bereichen als bisher angewendet werden könne – etwa in Gastronomie, Kultur, Veranstaltungen oder Sport. Möglich ist dies heute schon in Diskotheken.

In Thüringen prüft das Gesundheitsministerium die Einführung einer 2G-Regelung für bestimmte Bereiche. In Schleswig-Holstein wollte die Regierung am Mittwoch eine neue Verordnung beschließen, wonach ab 20. September Vorgaben zu Abstand und Masken für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete entfallen. Im Fall einer Verschärfung der Corona-Lage ist generell "ein Übergang zu einer 2G-Regelung mit 3G-Option vorgesehen", bei 3G würden verstärkte Auflagen gelten.

Sachsen-Anhalt führt ebenfalls eine 2G-Regel ein. Wenn Betreiber entschieden, nur Geimpfte, Genesene und Kinder bis 18 Jahre einzulassen, könne auf Maskenpflicht, Abstandsregeln und Kapazitätsbeschränkungen verzichtet werden, sagte Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD). In Brandenburg beschloss das Kabinett ebenfalls 2G als Option.

In Berlin verständigte sich der Senat nach breitem Protest am Mittwoch darauf, dass doch auch Kinder unter zwölf Jahren Zugang zu Restaurants oder Veranstaltungen haben sollen, die sonst nur von Geimpften und Genesenen besucht werden dürfen. Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte dazu aufgerufen, bei der Umsetzung sogenannter 2G-Regeln in der Corona-Pandemie Rücksicht auf Familien mit Kindern zu nehmen. Familien dürften nicht noch einmal zusätzlich belastet werden, sagte Lambrecht.