Fahrplanwechsel

Angebot im Regionalverkehr auf der Rheintalstrecke wächst – aber nicht überall

Franz Schmider

Von Franz Schmider

Do, 11. Juni 2020 um 11:02 Uhr

Südwest

Um 40 Prozent wird das Angebot auf der Rheintalstrecke im Regionalverkehr mit dem Fahrplanwechsel erweitert. Allerdings werden einzelne Haltepunkte künftig weniger gut bedient.

"Wir hätten gern mehr gemacht, aber die Infrastruktur gibt das nicht her", sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Dienstag zu dem, was die Herausforderung für den neuen Fahrplan auf der Rheintalstrecke war. Mehr Züge und ein fester Takt, das sei das Ziel, derzeit aber nicht erreichbar. "Wir müssen die Verbesserungen verschieben, bis die Strecke fertig ausgebaut ist." Bis dahin muss sich der Regionalverkehr die Trasse nicht nur mit den Güterzügen teilen, er muss sich auch den Zeiten der schnelleren ICE-Züge unterordnen.

Vor vier Jahren hat das Verkehrsministerium den Betrieb der Regionalbahn zwischen Offenburg und Basel ausgeschrieben und darin einen Fahrplan vorgegeben: Das Angebot der gefahrenen Kilometer wächst um 40 Prozent. Die DB Regio hat sich in der Ausschreibung durchgesetzt. Der Fahrplan bringt ein – langsameres – Grundangebot, mit dem weiterhin alle Bahnhöfe bedient werden. Um attraktiv zu bleiben, soll dieses durch schnellere Züge ergänzt werden, die kürzere Fahrzeiten bringen. Offenburg-Lörrach in 92 – statt bisher 120 beziehungsweise 150 Minuten. Das geht nur mit weniger Stopps. "Wir mussten sozusagen den Kreis quadratisch machen", sagte Hermann, "der Anspruch war: schneller werden aber zugleich halten."

Im Ergebnis fahren die schnelleren Regionalexpresszüge einen alternierenden Takt: In der einen Stunde wie bisher, in der zweiten Stunde mit weniger Halten. Die Regionalbahn stoppt zwischen Offenburg und Freiburg 15 Mal, bis Basel 18 Mal, der Regionalexpress hat nur 6 beziehungsweise 8 Halte im nördlichen Abschnitt, sowie 2 beziehungsweise 3 bis Müllheim und 5 beziehungsweise einen (Weil am Rhein) im Abschnitt bis Basel. In verschiedenen Gemeinden wie Efringen-Kirchen, Istein oder Kleinkems, Schallstadt, Friesenheim, Ringsheim oder Teningen-Köndringen wird die Anbindung schlechter. Ausgewählt wurden diese Bahnhöfe vor vier Jahren anhand einer Auswertung der Nutzerzahlen.

Doch ehe der neue Fahrplan gilt, muss die Bahn bis 31. Oktober einen Ersatzfahrplan fahren. Grund dafür ist, dass der Hersteller Siemens die neuen Mireo-Züge nicht pünktlich liefern konnte. Dadurch konnten nicht ausreichend Probefahrten stattfinden. So wird die DB Regio zunächst ihre Doppelstockwagen weiter fahren und nach und nach ersetzen. Die neuen Züge sind 25 Prozent leichter, beschleunigen besser und brauchen weniger Strom, die doppelstöckigen Expresszüge vom Typ Desiro bieten bis zu 820 Sitzplätze und pro Zug 41 Fahrradplätze. Für den Fahrplanwechsel 2024 erwartet Hermann, dass ein Abschnitt der Neubaustrecke bei Weil am Rhein fertiggestellt sein wird. Dann werde das Zugangebot zwischen Müllheim und Basel um weitere 20 Prozent erweitert, versprach er.