Anrainer sehen eine Haltung nach St. Florian

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 07. September 2019

Kreis Lörrach

BISF zur Allianz für den EAP.

LÖRRACH (BZ). Die von der Handelskammer beider Basel (HKBB) initiierte Allianz zur Unterstützung des Euroairports (EAP), die "Alliance GloBâle", der auch südbadische Industrie- und Handelskammern angehören (BZ vom 31. August), ruft die Bürgerinitiative Südbadischer Flughafenanrainer (BISF) auf den Plan. So rückständig der EAP sei, seine Emissionen zu reduzieren, so rückwärts gerichtet wirke das Anliegen der Allianz, diesem "ein Wachstum um jeden Preis zu ermöglichen", heißt es in einer BISF-Mitteilung.

Offensichtlich seien die Debatte um Klimaschutz, "der zunehmende Lärm mit entsprechenden Anrainerreaktionen" und daraus drohende Einschränkungen, Anlass genug mit der Initiative, hinter der vor allen Wirtschafts- und Tourismusverbände stehen, "eine Lanze für den Flughafen zu brechen", kommentiert die BISF die Gründung der "Alliance GloBâle". Zwar könne auch sie fast alle Ziele dieser Allianz unterschreiben. Die Entwicklung hin zu einem Flughafen mit fortschrittlicher Infrastruktur sei eines "der Hauptanliegen der Anrainer". Ob die "Alliance GloBâle" das im Sinn habe, bleibe aber unklar. "Erstaunt" zeigt sich die BISF zum Beispiel über die Haltung der Handelskammer-Allianz in Sachen Betriebszeiten. So hatte sich Letztere von deren pauschalen Kürzungen distanziert und Verbote als "falschen Weg" bezeichnet. Genau solche seien aber Praxis am EAP und limitierten dessen Wachstum "signifikant", hält die BISF fest. Indes beträfen diese alle den Schweizer Luftraum. Ein Beispiel sei die Begrenzung der Direktstarts gen Süden auf acht pro Tag. Einen weiteren Widerspruch sieht die BISF darin, dass die Kammer-Allianz die im Schweizer Luftraum geltenden Einschränkungen der Betriebszeiten für den gesamten EAP ausgeschlossen sehen will. Das sei eine "Haltung nach St. Florian".

Der EAP möge expandieren; dann aber möge der Betreiber, sprich die Schweiz, "konsequenterweise" die Belastung übernehmen. Solange die Allianz den Flughafenausbau propagiere, ohne den Export von Lärm-, Schad-, Klimastoffen und Risiken zu thematisieren und zu begrenzen, werde es nicht gelingen, die Glaubwürdigkeit zu erreichen, die sie für ihre Ziele benötigt, so die BISF. Auch die immer wieder auftauchende Zahl von 26 000 Arbeitsplätzen, die mit dem EAP in Verbindung gebracht werden, sieht die BISF durch offizielle Statistiken relativiert.