Appell an die Vernunft

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 30. März 2020

Offenburg

Mehrere Fraktionschefs im Kreistag richten sich an die Ortenauer.

ORTENAU (BZ). Die Vorsitzenden der Fraktionen von CDU, Freien Wählern, Grünen, SPD und FDP im Kreistag appellieren in einer gemeinsamen Pressemitteilung angesichts der Coronakrise an die Vernunft der Ortenauerinnen und Ortenauer und werben zugleich für Hilfsbereitschaft: "In der momentanen Situation ist wohl das Beste, was man tun kann, zu Hause zu bleiben. Diejenigen von uns, die trotz der hohen Infektionsgefahr weiterhin zur Arbeit gehen oder für die Familie die notwendigen Einkäufe erledigen, tragen eine große Verantwortung. Sehr viele Menschen gehen verantwortungsvoll mit der aktuellen Situation um." Dies verdiene Achtung und Respekt.

Und weiter heißt es: Im Kreistag sei in den letzten Monaten hart um die Zukunft der Standort des Ortenau-Klinikums gerungen worden. Die Herausforderungen der aktuellen Krise würden neue Erkenntnisse bringen und Fragen aufwerfen, zum Beispiel zur Krankenhausfinanzierung und zur Weiterentwicklung des Gesundheitssystems, mit denen sich zu gegebener Zeit auch die Kreisgremien auseinandersetzen werden. Aktuell aber sei wichtiger, "alles zu tun, damit möglichst wenig Menschen durch die Pandemie zu Schaden kommen. Im Zentrum dieser großen Aufgabe stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens und insbesondere des Ortenau-Klinikums. Es ist uns wichtig, ihnen allen ganz besondere Anerkennung und großen Dank auszusprechen", so die Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Brucker (CDU), Valentin Doll (Freie Wähler), Alfred Baum (Grüne), Kai-Achim Klare (SPD) und Carsten Erhardt (FDP). Sie mahnen auch allseits zur Besonnenheit: "Wer sich jetzt als Rechthaber oder Besserwisser aufführt und meint, im Hinblick auf die medizinische Versorgung auch in Krisenzeiten werde man möglicherweise ’dem Virus noch dankbar sein’, beziehungsweise wer denkt, die schlimme Entwicklung ’könne ein Segen für die Klinikdebatte sein’, instrumentalisiert die Corona-Pandemie und schadet der notwendigen sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema."

Die Fraktionschefs richten zuletzt an alle den Appell: "Wir alle sollten jetzt nicht polemisieren, sondern zusammenstehen und überlegen, wo wir noch ein wenig Hilfe leisten können, sei es mit einigen dem Lager entnommenen geeigneten Schutzmasken, die in den Kliniken und Pflegeheimen dringend benötigt werden, sei es durch die Unterstützung der Älteren in der Nachbarschaft, die sich nicht mehr trauen, einkaufen zu gehen, sei es durch einen Anruf bei einem jetzt arbeitslosen Bekannten, der niemanden mehr zum Reden hat: Es gibt so viele Möglichkeiten!"