Fest

Appell für Frieden bei Waldkircher Sonnwendfeier auf dem Kandel

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 28. Juni 2022 um 11:30 Uhr

Waldkirch

Das Feuer war wegen der Waldbrandgefahr kleiner als sonst, doch die Themen der Feuerrede waren groß – Alexander Schoch sprach über Frieden in der Welt.

Während am Fuße des Kandels Orgelfestival und das Stadtfest stattfanden, trafen sich auf dem Waldkircher Hausberg rund 200 Menschen zur Sonnwendfeier. Marietta Noël, die Vorsitzende der Naturfreunde Waldkirch, begrüßte laut einer Mitteilung die Gäste – und wies darauf hin, dass ein großes Feuer in diesem Jahr wegen der hohen Waldbrandgefahr nicht möglich gewesen sei.

Feier auf Hausberg hat Tradition

Die Feuerrede hielt Alexander Schoch, Landtagsabgeordneter bei den Grünen und Mitglied bei den Naturfreunden. Er sagte, er freue sich, dass nach den mehr oder weniger anstrengenden Tagen der Enthaltsamkeit, nach zwei Jahren Corona, es nun endlich wieder ganz offiziell möglich sei, die Sommersonnwende auf dem Kandel feiern. Diese werde seit 1921, also zum "100 + einem Mal", auf dem Waldkircher Hausberg begangen. Ins Leben gerufen hatten die Tradition Schwarzwaldverein und Skiclub, im Jahr 1950 kamen die Naturfreunde dazu – diese Vereine organisieren bis heute im Wechsel die Sonnwendfeier.

Appell zu Frieden

Bei 100 Jahren, so Schoch, gebe es Sonnen- und Schattenseiten. Vor und während der Herrschaft der Nationalsozialisten wurde sie als germanisches Brauchtum begangen und diente dazu, das "deutsche Volk" zu einen und martialisch auf Krieg einzustimmen. So organisierte die örtliche NSDAP mit der Hitlerjugend am 1933 zusammen mit der Sonnwendfeier ein großen Kreistreffen der SA auf dem Kandel. Ein solches Ereignis dürfe es nie wieder geben, so Schoch. Darum solle die "Strahlkraft des Kandels" für Völkerverständigung stehen, für "unsere Werte und für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung stehen und damit Antisemitismus, rechtes Gedankengut und Gewalt verurteilen."

Die diesjährige Sonnwendfeier stehe leider auch unter dem Eindruck des schrecklichen Krieges in der Ukraine, so der Abgeordnete. Vielleicht, sagte Schoch, könne die Feier symbolisch den Frieden befördern, den "wir uns alle so wünschen". Der keltische beziehungsweise germanische Namen "Kandel" soll "der Leuchtende" bedeuten – damit solle der Berg mit seiner Strahlkraft ein Zeichen für Frieden und Freiheit in Europa senden, so Schoch.